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Schuhe Beratung

Tipps rund um Schuhe und Socken


Inhalt

1) Schuhe
1.1) Probieren geht über Studieren
1.2) Wollen Sie einen wasserdichten Schuh?
2) Socken
3) Einlegesohlen
4) Gamaschen
5) Pflegehinweise



1) Schuhe

Die Wahl der richtigen Outdoor Schuhe für Ihre Unternehmungen ist vor allem eine Wahl für gut passende Schuhe. Aber natürlich ist nicht jeder Schuh, der passt, passend.

Es gibt zwar für jeden erdenklichen Zweck genau zugeschnittene Schuhe, aber Sie müssen sich bei der Nutzung nicht stoisch an den eigentlichen Zweck halten: selbstverständlich können Sie auch mal mit einem Trekkingstiefel den Deich entlang spazieren und mit dem Trailrunning-Schuh durchs Museum schlendern. Und doch gibt es so etwas wie sinnvolle Eingrenzungen, welche Schuhe für welchen Zweck geeignet sind.

Halbschuh oder Stiefel?

Die schwierigste Frage bei der Suche nach einem Schuh zum Wandern ist wohl die nach der Höhe des Schaftes: Halbschuh oder Stiefel?
Wenn wir festhalten, dass leichtere Schuhe für leichtere Wanderungen und schwerere Schuhe für schwere Wanderungen geeignet sind, sprechen wir eigentlich drei Fragen an. Es geht um weichere oder festere Sohlen und um die Frage wie viel Halt der Schaft des Schuhes gibt. Erst zuletzt geht es um die Frage des Gewichtes.

Ein Stiefel gibt immer mehr Halt als ein Halbschuh. Aber beide Sorten gibt es in weicheren und festeren Ausführungen. Meisten korreliert dabei die Festigkeit der Sohle mit dem Halt des Schaftes. Das heißt Schuhe, die im Schaft mehr Halt geben, haben auch festere Sohlen und bringen oftmals mehr Gewicht auf die Waage als ihre weicheren Brüder und Schwestern. Es ist zweifelsfrei angenehmer mit weniger Masse an den Füßen zu wandern. Aber Sie sollten bei der Wahl Ihrer Schuhe bedenken, dass der Komfort, den der Schuh Ihnen bietet, sich vor allem daran bemisst, ob der Schuh passt und für Ihre Zwecke geeignet ist. Unterm Strich: das Gewicht der Schuhe wird oft überbewertet.

Für (festere) Stiefel sprechen folgende Einschätzungen:

  • Sie wandern nicht nur wenige Stunden, sondern den ganzen Tag – und damit auch dann noch, wenn Sie langsam müde werden und Ihre Konzentration nachlässt
  • Sie sind es nicht gewohnt den ganzen Tag zu marschieren
  • Sie bringen mehr Gewicht auf die Waage als die Damen und Herren auf den Plakaten der Werbeindustrie
  • Sie haben zusätzlich noch ordentlich Gewicht im Rucksack
  • Sie benutzen keine Trekkingstöcke
  • Sie wandern (vorwiegend) auf steinigem Untergrund (Geröllwege), unbefestigten Wegen, oberhalb der Baumgrenze

Und andersherum sprechen diese Einschätzungen für einen (weicheren) Halbschuh:

  • Sie machen bloß kurze Wanderungen von wenigen Stunden Dauer
  • Sie suchen einen Schuh, mit dem Sie (auch) viel in Städten und nur hin und wieder in der Natur unterwegs sein wollen
  • Sie haben wenig Gepäck und nutzen Trekkingstöcke, um zusätzlich Halt zu bekommen
  • Sie sind ständig auf den Beinen und Ihre Sehnen und Muskeln sind gut trainiert
  • Sie lieben es, den Untergrund (genau) zu erspüren
1.1) Probieren geht über Studieren

Weil die perfekte Passform so wichtig ist, sollten Sie nicht blind darauf vertrauen, dass Ihnen das aktuelle (Nachfolge-)Modell Ihres geliebten, aber nun in die Jahre gekommenen Schuhs genau so gut passt. Denn Füße verändern sich im Laufe des Lebens (nicht nur in Kindheit und Jugend). Somit kann es sein, dass Sie nach Jahren höchster Zufriedenheit mit Schuhen des Herstellers X heute besser mit einem Paar Schuhen eines anderen Produzenten zurechtkommen.

Und auch die Hersteller variieren mit ihren Leisten und Passformen. Das Gleiche gilt übrigens für die Schuhgrößen: Sie dienen nur der groben Orientierung! Keines der von den Herstellern verwendeten Größensystemen ist normiert. Das heißt, Sie müssen bei jedem Schuh mit aller gebotenen Aufmerksamkeit ausprobieren, ob Ihnen der Schuh nicht zu groß oder zu klein ist. Benutzen Sie für die Anprobe angemessenen Socken – je fester Ihr Schuh, desto dicker sollte Ihre Socke sein (siehe unten).

Probieren Sie die Schuhe an – und zwar so vorurteilsfrei es Ihnen möglich ist. Achten Sie dann zumindest auf drei Aspekte:

  1. Fühlen Sie sich insgesamt wohl im Schuh? Haben Sie genug Platz? Ist der Schuh breit genug, dass Ihr Fuß nicht gequetscht wird? Ist er schmal genug, damit Sie nicht im Schuh hin und her rutschen müssen, um (seitlichen) Halt zu finden?
     
  2. Achten Sie auf Ihre Ferse! Hat die Ferse auch beim Abrollen über den Ballen einen guten Halt im Schuh? Die Ferse muss nicht wie festgenagelt sitzen, aber darf nicht bei jedem Schritt hoch kommen (Blasengefahr!).
     
  3. Der Tal-Test: Stellen Sie sich talwärts mit beiden Beinen nebeneinander auf eine schiefe Ebene. Versuchen Sie, mit Ihren Füßen so weit wie möglich innerhalb der Schuhe nach vorne zu rutschen. Sie müssen Ihre Zehen noch frei bewegen können. Wenn Sie dagegen vorne auch nur leicht gegen stoßen, sind die Schuhe nicht geeignet, Sie in die Berge zu begleiten.

Nehmen Sie sich Zeit, Sie können die Schuhe in Ihrer Wohnung gerne mal ein halbes Stündchen Probe laufen. Wir nehmen die Schuhe dann auch gerne wieder zurück, solange sie keine Gebrauchsspuren haben.
Und noch etwas: Bitte achten Sie auf die Schnürung. Nur wenn der Senkel gespannt ist, kann der Schuh Ihren Spann halten und damit verhindern, dass Sie mit dem Fuß im Schuh bis ganz nach vorne rutschen. Auch für den Fersenhalt ist eine satte Schnürung unerlässlich. Auf der anderen Seite dürfen Sie nicht so fest am Senkel ziehen, dass es auf dem Spann drückt.

1.2) Wollen Sie einen wasserdichten Schuh?

Mittlerweile gibt es alle Sorten von Outdoor-Schuhen auch mit einer wasserdichten Ausstattung. Überlegen Sie sich, ob Sie tatsächlich darauf angewiesen sind, denn nicht bei allen Einsätzen überwiegen die Vorteile von Gore-Tex® und Co. Die Dampfdurchlässigkeit (Erklärung s. Funktionesbekleidung) dieser Schuhe ist in den letzten Jahren gestiegen, weil die Membran heutzutage nur noch an wenigen Punkten verklebt werden muss.

Die neueste Entwicklung ist die sogenannte Surround-Technik, die den Dampf auch nach unten herauslässt. Dennoch sinkt die Atmungsaktivität bei hohen Außentemperaturen. Auch darf nicht vergessen werden, dass unsere Füße beim Wandern stark schwitzen – etwa 200 ml je Tag und Fuß gelten als normal. Nicht erst bei diesen Mengen ist die Leistungsgrenze der besten Membran überschritten. Ein Lederschuh hält bei guter Pflege auch viel Wasser ab, auch eine kurze Bachquerung führt nicht zwingend zu nassen Füßen (so lange das Wasser nicht oben herein läuft). Auch hat sich gezeigt, dass ein (hochwertiges) Lederinnenfutter in den meisten Fällen langlebiger ist als das Pendant aus Membran-Futter und es fühlt sich kühler an. Auf der anderen Seite: Das Kunstfaser-Futter trocknet viel schneller als Leder.
 

Hikingschuhe Hikingschuhe
Das Spezialgebiet eines Hikingschuhs ist die Tageswanderung, gemäßigte Touren im moderaten Gelände mit nicht allzuviel Gepäck, der Stadturlaub und generell die Freizeit, die auf den Beinen verbracht wird. Die Schuhe sind meist sehr leicht und die Sohlen nicht hart genug, um dauerhaft auf Geröllwegen getragen zu werden.
Wanderschuhe Wanderschuhe
Wanderschuhe sind ein Stufe fester als Hikingschuhe. Diese Schuhe haben eine festere Sohle und die Konstruktion gibt genug Halt, um den ganzen Tag auch auf unwegsameren Strecken unterwegs zu sein.
Approach Approach- oder Zustiegsschuh
Diese Schuhe werden beim Zustieg zu den Kletterwänden getragen (daher der Name). Sie haben eine sehr feste Sohle und oft Gummierungen über den Zehen und an der Ferse, weil oftmals schon auf dem Weg zur Vertikalen geklettert wird. Im Bereich der Zehenspitzen haben diese Modelle an der Sohle wenig Profil um leichtere Tritte mit gutem Halt klettern zu können.
Wanderstiefel Wander- oder Trekkingstiefel
Trekkingstiefel haben einen stabilen Schaft und eine feste Sohle. Sie sind dafür gemacht, auch auf unbefestigten Wegen und mit schwerem Gepäck auf dem Rücken genug Halt zu geben.
Bergstiefel Bergstiefel
Während sich Bergstiefel vom Schaft her nicht wesentlich von Trekkingstiefeln unterscheiden, ist ihre Sohle aber nochmals verwindungssteifer und es lassen sich häufig Steigeisen befestigen. Diese Schuhmodelle sind für den alpinen Einsatz im schwierigen Gelände gefertigt.


2) Socken

Die Socken stellen die Verbindung zwischen Ihrem Fuß und dem Schuh dar und sind damit in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. Sie sollen polstern und den Schweiß vom Fuß wegleiten. Damit ist klar, dass Baumwolle in Funktionssocken nichts zu suchen hat, denn Baumwoll-Fasern leiten Feuchtigkeit leider mehr schlecht als recht weiter. Hochwertige Socken werden mit flachen Nähten verarbeiet und auch die Position der Nähte wird genau bedacht um Scheuerstellen zu vermeiden.

Ebenso wie bei der isolierenden Schicht am Oberkörper, sind auch am Fuß Kunst- und Merinofasern die beste Wahl. Aufgrund der starken Schweißentwicklung am Fuß ist Wolle hier noch deutlich beliebter. Denn die natürliche antibaktierelle Ausstattung ist das große Geheimnis, warum Sie Ihre Wollsocken nicht jeden Abend waschen brauchen und Sie trotzdem Ihre Zeltpartnerin/Ihren Zeltpartner nicht mit stinkenden Socken belästigen.

Auch wenn es unserer Nase noch so gut tun würde, ganz können gute Socken nicht auf Kunstfasern verzichten. Dafür sind die mechanischen Belastungen zu hoch – Polyamid, Polypropylen und Polyacryl sind abrieb- und scheuerfester als Wolle. Deswegen sind die meisten Outdoor-Socken aus Mischgeweben hergestellt.
 


Falke Socken   Icebreaker Socken Woolpower Socken


Dick oder dünn?

Dicke Socken isolieren besser als dünne – klar! Es wäre aber ein Irrtum, deswegen in der warmen Jahreszeit immer eine dünne Socke zu wählen. Denn dicke Socken polstern besser.

Als Faustregel gilt hier: je härter der Schuh, desto dicker die Socke. Außerdem sind Ihrer Wahlmöglichkeiten entsprechend der Temperaturen durch die Größe Ihrer Schuhe Grenzen gesetzt: Wenn Ihre Schuhe mit sehr dünnen Socken perfekt passen, werden sie möglicherweise zu eng, wenn Sie im Winter ganz dicke Socken tragen wollen. Und andersherum: In Ihren Bergstiefeln finden Sie vielleicht keinen Halt mehr mit zu dünnen Strümpfen.

Kurz oder lang?

Wählen Sie Socken immer so lang, dass sie höher sind als der obere Schaftrand des Schuhs. Für die Trekking- und Wanderstiefel in unserem Sortiment reicht die „normale“ Länge. Das heißt: weder „long“ noch „short“, noch „Kniestrumpf“ noch Micro- oder Mini-Crew.


3) Einlegesohlen

Fast alle unsere Schuhe haben herausnehmbare Einlegesohlen. Das dient mehreren Zwecken. Zum einen sollten Sie die Sohlen am Ende des Wandertages herausnehmen, damit der Schuh besser auslüften beziehungsweise trocknen kann. Zweitens können Sie die Sohle nach der Saison auch mal erneuern und gegebenenfalls durch eine Sohle mit besonderem Fußbett ersetzen. Und drittens sollten Sie die Sohle auch herausnehmen, wenn Sie Ihre orthopädische Einlage tragen möchten.


4) Gamaschen

Es gibt mehrere Situationen, in denen Gamaschen große Dienste liefern:

Auf dem Fahrrad halten sie Schuhe und Socken trocken – sie stellen gewissermaßen den unteren Abschluss der Regenhose dar.

Im Schnee: Ob beim Spazierengang, bei der Schneeschuhwanderung oder beim Langlauf - eine Gamasche verhindert das Eindringen von Schnee in die Stiefel und hält Ihren Hosenabschluss trocken.

Beim Wandern durch Gestrüpp schützen Gamaschen Ihre Knöchel vor Dornen beziehungsweise Ihren Hosenabschluss vor Nässe. Im Regen können lange Gamaschen, noch besser aber Chaps, den Poncho ideal ergänzen.

Gamaschen können aus Polyester oder Polyamid gefertigt sein. Bei Manchen ist die wasserdichte Beschichtung oder Membran dampfdurchlässig, was den Tragekomfort deutlich erhöht.

5) Pflegehinweise

Tipps zur richtigen Pflege Ihrer Schuhe erhalten Sie auch in unserer Broschüre mit Pflegehinweisen:

Pflegehinweis-Schuhe-Downloaden

Haben Sie noch Fragen?
Sollte noch etwas ungeklärt geblieben sein, zögern Sie nicht unseren Kundenservice zu kontaktieren.
E-Mail:  shop@unterwegs.biz
Telefon: 04421 / 500 380 (Mo-Fr.: 8.00-18.00 Uhr, Sa: 10.00-15.00 Uhr)

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Unterwegs ist eine Firmengruppe von Outdoor-Fachgeschäften, die ihren Ursprung 1987 in Wilhelmshaven hat. Zunächst als reines Einzelhandelsgeschäft gegründet, führte das auf Service, Qualität, Fairness und Vielfalt fußende Angebot zum schnellen Wachstum.