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Trekking am Lysefjord (Autor: Julian Wystyrk)
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Ich habe  im Vorfeld viel recherchiert über die Route, Zeltmöglichkeiten, Fähr- und Busverbindungen, Alternativen… Anfang Juni konnte es dann losgehen, die Route stand, die Vorräte waren gepackt und es ging von Bergen aus los. Zunächst - wie so oft - Start bei Regen, also einfach bergentypisches Sommerwetter. Es ging mit dem Küstenbus von der zentralen Busstation Richtung Stavanger, denn das war der Ausgangspunkt für die Wanderung. Je weiter südlich ich kam, desto mehr besserte sich das Wetter, der Regen ließ nach und die Wolken lichteten sich. Die Route Richtung Stavanger ist landschaftlich äußerst reizvoll und durch zwei längere Fährüberfahrten auch recht kurzweilig, obwohl sie 5 Stunden dauert.

Die Rückfahrt am selben Tag wäre möglich gewesen, als Angebot für Tagesausflügler. Das hatte ich natürlich nicht vor, war aber die preiswerteste Variante. Das Wetter hatte sich extrem verbessert, es war sommerlich warm bei strahlendem Sonnenschein. Die Fährüberfahrt und der Bustransport sind aufeinander abgestimmt, daher stand ich schon nach einer Stunde an der Preikestolen Fjellhytte. Da es später Nachmittag war, ca. 17:30 Uhr, kamen mir die letzten Touristen vom Preikestolen auf dem Weg nach Hause entgegen. Ursprünglich geplant war, die ganze Tour gemütlich anzugehen und erst einmal in der Nähe zu zelten und zwei Tagestouren zu unternehmen. Aber in Anbetracht des herrlichen Wetters habe ich alle Pläne umgeworfen und mich sofort auf den Weg zum Preikestolen gemacht.

Preikestolen Norwegen


Der Rucksack war schwer, gepackt hatte ich für knapp 14 Tage und das Wandern wie immer am Anfang einer Tour erst einmal ungewohnt. Aber der Weg war gut ausgebaut und lief sich leicht, die ersten Blicke Richtung Lysefjord und zurück Richtung Stavanger sind fantastisch… Und plötzlich stand ich auf dem Preikestolen – einem Felsplateau 604 Meter über dem Fjord.  Die Aussicht über den Lysefjord  im Abendlicht war spektakulär! Und obwohl es touristisch ziemlich gut erschlossen ist und viele Menschen dieses Plateau besuchen, gab es keine Geländer oder Absicherungen. Daher war es möglich - so man sich traute - an der Kante zu sitzen und die Beine über dem Fjord baumeln zu lassen.

Aussicht über den Lysefjord

Als ich dann endlich aus dem Zelt kroch, waren schon die „Karavanen“ zum Felsplateau unterwegs. Ich ließ alles stehen und wollte mir die Szenerie nochmal im Morgenlicht ansehen, hatte aber schnell genug von dem Massenandrang und das war wohl erst der Anfang! Also hab ich schnell das Zelt zusammengepackt und mich auf die Lysefjordrunde begeben. Nicht viele gehen diese Route, denn das Gelände ist anspruchsvoll, steil, ausgesetzt, rutschig, und das Blockgestein erfordert viel Zeit, speziell mit schwerem Rucksack. Hin und wieder gab es schöne Aussichten zum Lysefjord, aber die Route schlängelte sich nicht direkt an der Fjordküste entlang, dort war es einfach zu steil!

Rohrleitungen zum Kraftwerk in Flørli

Ich wollte aber an diesem Tag Sognesand erreichen, um von dort die Frühfähre zu erwischen. Nach genauerem Kartenstudium fiel mir nämlich auf, daß die nächste Etappe von Sognesand über viele Kilometer nur einer Straße gefolgt wäre, und das wollte ich mir gern ersparen, indem ich die Fähre nach Flørli nahm. Ich war glücklich als ich ca. 10 Minuten vor Sognesand einen ebenen Zeltplatz direkt am Fjordufer gefunden habe. Kurz bevor der Regen kam, hatte ich mich ins Zelt verzogen. Und der Regen blieb ziemlich heftig in dieser Nacht, daher blieb mir nichts anderes übrig, als am nächsten Morgen das pitschnasse Zelt einzupacken. Der Wecker klingelte um 5:00 Uhr, denn die Fähre ging um 6:35 und stoppt nur bei Bedarf. Auf wildes Winken am Kai wollte ich mich nicht verlassen, auch wenn die Kapitäne in der Touristensaison angeblich darauf reagieren. Also rief ich die angegeben Nummer an, so wurde ich direkt mit der Brücke verbunden und konnte mit dem Kapitän den Haltepunkt absprechen.

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