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Mit dem Rucksack durch Äthiopien (Autor: Daniel Streif)
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Die Semesterferien der meisten Studierenden sind in der Regel gut ausgefüllt mit Praktika, Klausurvorbereitungen und Exkursionen. Zwischen Bachelor und Master haben sich bei mir dann aber doch einige freie Wochen ergeben, die zum Reisen genutzt werden sollten. Zusammen mit Sebastian, einem Freund aus dem Studium, wurde also die nächste Reise geplant. In ein uns unbekanntes Land sollte es gehen, am besten mit guten Wandermöglichkeiten vor Ort. Nach einigem Hin und Her fiel die Entscheidung dann eher spontan auf Äthiopien. Also Flüge gebucht, Impfungen aufgefrischt, Rucksack gepackt und schon ging es los. Sechs Wochen Äthiopien im Sommer, wobei dort Regenzeit sein würde, zumindest so viel wussten wir bereits.

Äthiopien - Mit dem Bus in die Berge

In der Hauptstadt Addis Abeba angekommen ging es direkt nach der Ausstellung des Visums zu einem vorher gebuchten Hotel, denn es war bereits nach Mitternacht und nicht gerade die beste Zeit für eine Tour durch die Stadt. Im Hotel angekommen mussten wir feststellen, dass unsere Buchung wohl ignoriert wurde. Nach einigen anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten und einiger Wartezeit haben wir doch noch ein Zimmer bekommen und konnten uns erst einmal ausschlafen. Die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit Streifzügen durch die über 2.300 Meter hoch gelegene Millionenstadt und mit Vorbereitungen für unsere weiteren Touren. Der Plan sah vor, erst den Süden zu bereisen und danach den östlichen und nördlichen Teil des Landes. Diese grobe Einteilung beruht vor allem darauf, dass die Hauptstadt mehr oder weniger in der Mitte des Landes liegt und allen Fernverbindungen als Knotenpunkt dient. Nicht zuletzt deswegen ist Addis Abeba, was übersetzt „neue Blume“ bedeutet, überfüllt, dreckig und laut. Also nichts wie raus und ab in die Berge.

Nächste Lektion: Wer Bus fahren will muss hier früh aufstehen. Das gilt jedenfalls für alle längeren Strecken, denn die Busse fahren nur tagsüber. Um fünf Uhr morgens standen wir also an einem der Busbahnhöfe und schafften es mit Hilfe einiger Einheimischer, das richtige Fahrzeug zu finden. Der Bale Mountain Nationalpark war unser erstes Ziel und nach einer verhältnismäßig kurzen Fahrt von nur sieben Stunden erreicht. Äthiopien ist mit 1,1 Mio. Quadratkilometern doch recht groß und je nach Straßenverhältnissen kann eine Fahrt auch etwas länger dauern, wie wir später noch herausfinden sollten.

Gelada-Paviane in den Simien Mountains

In Dinsho angekommen, einem kleinen Ort am Rande des Parks, brachten wir uns zuerst vor einem gerade einsetzenden Regenschauer in Sicherheit und begannen dann unsere Tour zu planen. Gewandert werden darf in den Bale Mountains nur in Begleitung. Also haben wir in den Park Headquarters einen Guide gebucht und auf Anraten auch zwei Packpferde inklusive Pferdeführer. Die Preise im äthiopischen Tourismussektor sind in den letzten Jahren zwar deutlich gestiegen, aber acht helfende Hufe sind noch verhältnismäßig erschwinglich. Auf einen Koch haben wir dann aber doch verzichtet, das wäre etwas zu viel Aufwand für nur zwei Personen. Früh am nächsten Tag ging es also mit einem Tagesrucksack bepackt in Richtung der Hochplateaus. Das Wetter war erstaunlich gut und die ganzen nächsten Tage blieben wir weitgehend vom Regen verschont. Nur die Temperaturen auf über 4.000 Metern Höhe waren etwas frisch, aber dafür gibt es ja passende Softshelljacken.

Zelten im Nechisar Nationalpark

Besonders für Äthiopien sind neben Hochplateaus, Kaffee und Volksstämmen auch die Vielfalt an endemischen Tier- und Pflanzenarten. Bekannt sind dabei vor allem der Äthiopische Wolf, der Bergnyala, der Äthiopische Steinbock und der Gelada Pavian. Die beiden Erstgenannten konnten wir in den Bale Mountains beobachten, während uns später in den Simien Mountains auch noch so einige Geladas und Steinböcke über den Weg laufen sollten. Bevor es dorthin ging, sind wir allerdings noch weiter in den Süden gefahren, um das Tiefland des Omo Valleys zu bereisen.
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