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Canadian Eskimo Dogs & Eisbären (Autor: Anne Kiel)
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Im kleinen, ca. 800 Einwohner zählenden Churchill am Ufer der Hudson Bay im Norden Manitobas, am Tor zur kanadischen Arktis, lebt Brian Ladoon mit rund 80 Canadian Eskimo Dogs. Und mit Eisbären. Es gibt eine TV-Serie und einen Film über ihn und seinen spannenden Alltag. Ich würde nun eine gute Woche an seiner Seite arbeiten und mit Sicherheit viel lernen. Vor allem über diese besonderen Hunde, aber auch über das Leben in einer anderen Welt, gefühlt am Ende der Welt.

Churchill

Im März war ich schon einmal in Churchill, auf einer Stippvisite auf dem Weg zu einem Fotoprojekt, bei dem es um Eisbären und Polarlichter ging. Praktisch nebenbei hatte ich die Canadian Eskimo Dogs kennen gelernt. Ich war mehr als überrascht, dass ich als großer Schlittenhundefan noch nie etwas von dieser Hunderasse gehört hatte. Da musste ich mehr erfahren. Ich fragte Brian, ob ich ihm vielleicht am nächsten Tag beim Hundefüttern helfen könnte und er nahm das Angebot gerne an. Gesagt, getan. Es war ein herrlicher, klarer Wintermorgen, blauer Himmel, -25°C, leichter Wind, als ich auf der Ladefläche eines Pickup Truck sitzend, gefrorene Fleischbrocken zu den Hunden warf, die sich sofort gierig darüber her machten. 80 Hunde, 80 Fleischbrocken und schön aufpassen, dass auch wirklich jeder ein Stück bekommt während Brian den Truck über das Gelände fuhr. Da wurde mir selbst bei den arktischen Temperaturen schnell warm. Auf dem Rückweg in die Stadt erzählte mir Brian dann noch ein bisschen von seinem Leben mit den Hunden. Ich wurde immer neugieriger.

Schlittenhunde


Zurück in Deutschland schaute ich mir, noch bevor ich meinen Koffer auspackte, die DVD an, die ich in Churchill gekauft hatte. „The last dogs of winter“ ist ein Film über Brian Ladoon und seine Hunde, der 2011 gedreht wurde und viele Informationen über die tragische Geschichte der Canadian Eskimo Dogs liefert. Es war um mich geschehen! Das Thema ließ mich auch in den nächsten Wochen nicht mehr los, also schrieb ich eine Email an Brian Ladoon und fragte ob ich noch einmal wieder kommen und mit ihm arbeiten dürfte.

Polarlicht


5 Monate später fand ich mich mit meinem Fotorucksack an dem winzigen Flughafen von Churchill wieder, wo Brian und seine Partnerin Penny mich herzlich empfingen, in Begleitung von der kleinen 14,5 Jahre alten West Highland Terrier Hündin Honey. Bevor wir den Flughafen verlassen konnten, musste Brian ein paar Fotos mit Touristen machen, denn - was ich nicht wusste - er war in der kanadischen TV-Serie „Polar Bear Town“ bekannt geworden. Das sollte eine interessante Woche werden! Nachdem ich mein Zuhause für die nächsten Tage kennen gelernt und ein paar Einkäufe im Supermarkt getätigt hatte, fuhren wir raus zu Mile 5, wo die meisten der rund 80 Canadian Eskimo Dogs leben.

Sie sind ein gutes Stück außerhalb der Stadt untergebracht, weil sie keine Eisbären in die Nähe der Menschen locken sollen. Diese halten sich nämlich gern in der Nähe der Hunde - und deren Futter - auf. Und tatsächlich, noch bevor wir das Tor zu dem Gelände passiert hatten, sahen wir einen Eisbären, mitten auf dem Weg zwischen den Hunden. Wer jetzt annimmt, die Hunde hätten Angst vor dem Bären, liegt falsch. Wenn sie Angst haben, lassen sie es sich jedenfalls nicht anmerken. Sie bellten und jaulten ihn wütend an und versuchten, ihn zu verscheuchen. Der Bär machte allerdings erst Anstalten, zu gehen als wir mit dem Auto näher kamen. Er war aber immer noch nah genug, so dass ich mein erstes Eisbären-Foto schießen konnte, nach 3 Stunden in Churchill!

Als wir am nächsten Tag raus zu den Hunden fuhren, war der Bär wieder da. Allerdings regnete es den ganzen Tag so stark, dass wir das Auto nicht verließen und auch der Bär verzog sich bald in ein Gebüsch und suchte Schutz vor dem ungemütlichen Nass. Am nächsten Tag kamen wir mit einer Ladung voll Fleisch und nicht nur die Hunde waren aufgeregt voller Vorfreude, sondern auch „unser“ Bär erwartete uns bereits. Nachdem wir die ersten Fleischstücke an die Hunde verteilt hatten, kam er aus seinem Versteck. Weil das Fleisch schon aufgetaut und etwas nass geworden war, gestaltete sich die Fütterung als ziemliche Sauerei und ich war selbst von Kopf bis Fuß mit Fleisch bekleckert als ich mit einer vollen Futter-Schaufel von Hund zu Hund ging.
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