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Alpenüberquerung mit dem Packpferd (Autor: Jasmin Zimmermann)
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Zwei Wochen mit dem Packpferd über die Alpen. Deutschland, Österreich und Italien sollen durchquert werden, mit dem Ziel, das 3123 Meter hohe Madritschjoch im italienischen Ortlergebirge zu bezwingen. Die Planung fällt wie immer sehr spartanisch aus, Start ist Oberstdorf, Ziel das Ötztal und alles was dazwischen liegt ein unvorhersehbares Abenteuer. Unsere Tinkerstute 'Atlanta' trägt die Ausrüstung, geschlafen wird im Freien und die Wege vor Ort erkundet. Also los, von Oberstdorf geht es erstmal durch das Stillachtal und dann über die Lechleitner Alm ins Lechtal - alles easy bis hierhin.


Lechtal


Wir wollen weiter über das Kaiserjoch, erfahren aber, dass der Wanderweg von einem gewaltigen Erdrutsch zerstört, und nur notdürftig wieder instand gesetzt wurde. Eine verbaute Steigleiter macht es für das Pferd unmöglich über das Joch zu kommen. Also Planänderung. Von der Bodenalpe über die Leutkircher Hütte müssen wir nun ins Nachbartal kommen, ansonsten wird die Zeit knapp. Ein heranziehendes Unwetter macht den Aufstieg auf 2251 Meter Höhe am selben Tag unmöglich. Die Regenjacken bleiben trotzdem im Gepäck, denn - Gott sei dank - können wir hier auf der Alm dem Sepp beim Buttermachen zusehen und das weltbeste Butterbrot am Morgen vor der Weiterreise genießen.

Also hoch Richtung Hütte! Am Anfang geht alles gut, die ersten schwierigen Stellen sind überwunden, es wird wohl bald besser gehen. Irrtum, der Weg ist für das Pferd immer schwieriger zu bewältigen. Atlanta stolpert hektisch über die rutschigen Steinplatten und kämpft ihre knapp 600 Kilo den Berg hinauf. Der Schweiß tropft an den Beinen herunter, als wir das Pferd auf einer herrlichen Wiese unterhalb der Leutkircher Hütte absatteln um dem erschöpften Tier eine Pause zu gönnen. Aber Atlanta zeigt uns nach ein paar Minuten Ruhe, dass wir sie komplett falsch eingeschätzt haben. Mit einem Mal galoppiert sie die umliegenden Bergen hoch und runter, wälzt sich oben auf dem Kamm und genießt den Ausblick in die Berge. Umso besser, das Pferd ist augenscheinlich nicht überfordert und wir können weitermarschieren. Jetzt geht es weiter nach Landeck und von dort über den Reschenpass nach Italien.

Über den Reschenpass nach Italien

Prad ist dann der nächste Stopp, bevor wir weiter nach Sulden wollen und von dort aus über das Madritschjoch. Hier im engen Tal ist es schwierig eine Wiese für das Pferd zu finden, ohne Ärger zu bekommen. „Wo kann man denn hier mit dem Pferd übernachten“, fragen wir daher einen Mann der uns etwas skeptisch beobachtet hatte. Nach kurzem Überlegen bekommen wir eine Antwort auf unsere Frage: "Zum Ranger-Franz am Ende der Straße sollen wir gehen, der hat auch Pferde." Ranger-Franz?, na gut schauen wir mal. Der befragte Mann hatte uns wohl schon angekündigt, da der 'Ranger' uns an seinem Hof erwartete. Schnell wussten wir auch woher der Franz seinen Beinamen 'Ranger' hatte. Ein älterer Mann mit grauen Dreadlocks und Kopftuch der auf seinem Bauernhof, äh ich meinte auf seiner 'Sold-River-Ranch' lebt, auf der man vom Kuhschädel, über Vogelflügel bis hin zur Barbypuppe fast alles finden kann. Ein einfacher Mensch, der nicht viel braucht um glücklich zu sein und auf meine Frage ob er von seinen paar Kühen leben könne wie folgt antwortete: "Ich lebe vom Leben, denn nur die Maschinen, Steuern etc. kosten viel Geld, nicht das Leben selbst."

Alpenueberquerung

Am nächsten Tag geht es hoch nach Sulden, wo wir erstmal das 'Indianerland' durchqueren müssen. Der 'Ranger' hatte uns schon vor dem 'Indianer' gewarnt, der gerne etwas Geld für das Fotografieren seiner Indianerkunst verlangt. So langsam fragen wir uns ernsthaft, ob wir noch in den Alpen sind?!

Indianer in den Alpen


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