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Wandern im Norden Portugals

von Robert Franz

Tipps

Nicht nur, wenn es stürmt und regnet: Ein Zelt gehört mit auf jede Wanderung, auf der im Freien übernachtet werden muss. Je nach Größe der Wandergruppe benötigen Sie entweder ein Ein-Mann-Zelt bis hin zum Familienzelt.

Richtig Klasse ist zudem ein Tarp oder auch Sonnensegel genannt. Damit können Sie wahlweise den Regen oder auch die Sonne abhalten. Tarps sind unschlagbar, wenn man abends noch vorm Zelt sitzen möchte, aber der Regen die sonst unmöglich machen würde.

Naturnahes Wandern im Norden Portugals

Der Norden Portugals ist einer der weißen Flecken auf europäischen Wanderkarten. Der einzige populäre Weitwanderweg in dieser Region ist der Jakobsweg. Dieser Reisebericht untersucht die Möglichkeiten des naturnahen Wanderns mit Tarp und leichtem Gepäck in Nord-Portugal und grenzübergreifend im spanischen Galicien.

Von Porto ausgehend führte uns unser Weg an der West Küste entlang. Bei Esposende stießen wir ins Landesinnere vor. Entlang der Ufer des Rio Lima gelangten wir bis ins spanische Galicien. Unsere Lagerplätze waren eben so vielseitig und abwechslungsreich, wie der von uns gewählte Weg. Mal bauten wir unser Zelt direkt am Strand in den Dünen auf.

Ein anderes Mal in einem Eukalyptus Wald. Auf einem Berg genossen wir die schöne Aussicht auf das Flusstal des Rio Lima, während der Wind an unserem Tarp riss und dichte Regenwolken den Abendhimmel verdunkelten. Bei anhaltend schlechtem Wetter oder zu starker Besiedelung zogen wir uns in Herbergen zurück. Folgt man der Küste, gelangt man nach Vila do Conde und schließlich Esposende. Wer sich nach einsamen Stränden und menschenleeren Dünen sehnt, wird enttäuscht werden.
Am Strand bei Porto
Dafür locken aber unzählige kleine Fischerdörfer, die ihren ganz eigenen Charme versprühen. Die buntbemalten Holzschuppen, in denen die Fischer ihre Boote unterstellen, säumen die Uferpromenade. Morgens und mittags kann man das Dröhnen von Traktoren hören. Diese sind an die Stelle der traditionellen Ochsengespanne getreten, wenn es darum geht, die kleinen motorisierten Fischerboote zu Wasser zu lassen. Der Wanderweg führt größtenteils über Holzstege, die die einzelnen Fischerdörfer miteinander verbinden.
Rast auf der Wanderung im Norden Portugals

Die salzige Seeluft trägt das Rauschen der Wellen und Kreischen der Möwen an die Ohren des Wanderers. Es riecht intensiv nach Fisch, den es praktisch überall frisch zu kaufen gibt. Besonders zu empfehlen sind auch die kleinen Fisch-Restaurants, für wenig Geld kann man dort leckeren Portwein und frische Fisch-gerichte genießen. Oft folgten uns die neugierigen Blicke der einheimischen Fischer. Die Nächte haben wir direkt am Strand in den Dünen verbracht, allerdings in unmittelbarer Nachbarschaft von Häusern oder Golfanlagen.

Im Vergleich zu den kleinen Fischerdörfern handelt es sich bei Vila do Conde um eine mittelgroße Stadt. Besonders ein Besuch in der wunderschönen Altstadt lohnt sich. Man schreitet durch verwinkelte kleine Gässchen. Mit etwas Glück sieht man sogar eines der immer seltener werdenden Häuser mit gekachelten Außenwänden. Früher ein Privileg der Reichen und Zeichen für Macht und Wohlstand. Dazwischen immer wieder kleine Kirchen, die aber leider nur zu den Gottesdiensten geöffnet werden. Jede Kirche verfügt über einen eigenen Friedhof. Auf den Gräbern fällt die bunte Blumenpracht auf, die sich bei näherem Hinsehen als aus Plastik entpuppt. Nett anzusehen sind sie trotzdem. Vila do Conde verfügt über eine schöne Uferpromenade, zwischen Baumalleen und Bänken kann man Teppiche von fliegenden Händlern erstehen.