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Wandern in Oberbayern (Autor: Julia Seekamp)

In diesem Spätsommer konnten wir noch einmal für ein paar Tage ausspannen und entschieden uns das erste Mal zum Wandern nach Bayern zu fahren. Hier hielten wir uns größtenteils in den Bayerischen Voralpen und somit in Obernbayern auf. Unsere Zeit war leider begrenzt und da wir zuvor noch nicht viel in den Alpen unterwegs waren, tasteten wir uns etwas bescheiden vor. In unserem nächsten Urlaub in Bayern werden wir dann sicher etwas höhere Gipfel erklimmen.

Erster Tag: ganz entspannt durch die Leutascher Geisterklamm

Am ersten Tag wollten wir ganz in Ruhe starten und suchten uns eine Tour aus, die wir auch zu Fuß erreichen konnten. Von unserer Ferienwohnung in Mittenwald aus konnten wir ganz entspannt zu Fuß in die Leutascher Geisterklamm marschieren. Auf gut gesicherten Wegen geht es direkt durch die Klamm, um die herum sich eine Sage bildet. Auf vielen Hinweisschildern erfahren zumeist Familien mit Kindern einiges über die Geschichte des Klammgeistes. Eine Panoramabrücke bietet einen schönen Einblick in die Klamm. Diese kleine Tour kann mühelos in 2 Stunden bewältigt werden; lediglich der Anstieg kann als kleine Herausforderung angesehen werden.

Zweiter Tag: etwas höher hinaus auf den Hoher Kranzberg, 1391 m

Da, wo wir am Tag zuvor auch in die Leutascher Klamm auf- und wieder abgestiegen sind, kann auch die Wanderung auf den Hohen Kranzberg begonnen werden. Hier beginnt die Kranzbergbahn, welche mit der Alpencard (erhält man durch die Kurtaxe) vergünstigt fährt und an schönen Tagen viele Menschen nach oben bringt. Wir sind natürlich gelaufen und trafen spätestens am oberen Ende der Bergbahn auf so einige Menschen, mit denen wir uns den Ausblick teilen mussten. Problematisch war dies jedoch nicht, denn der Blick auf Karwendel- und Wettersteingebirge ist wunderschön. Zudem kann man es sich in einer der vielen Holzliegen gemütlich machen und entspannen. Herunter führte uns die Tour vorbei an zwei, wunderschön in der Sonne glänzenden Seen - dem Ferchensee und dem Lautersee. Zum Schluss wurde in einer der Gasthäuser am See eingekehrt und der Weg zurück nach Mittenwald angetreten. Diese leichte 9,5 km-Wanderung dauert ca. 3:30 Stunden.

Ausblick vom Hoher Kranzberg und Ferchensee


Dritter Tag: ordentliche Tour über Lausberg und Signalkopf zum Seinskopf, 1961 m

Am dritten Tag fuhren wir ein paar wenige Kilometer aus dem Ort heraus und parkten auf dem Wanderparkplatz in der Nähe des Horn-Campings (Isarschleife) und sattelten unseren Rucksack. Das Ziel an diesem Tag war der Gipfel des Seinskopf in 1961 Metern Höhe.

Vorbei an der Seinsbachklamm stiegen wir ab 1165 Meter einen steilen Zickzackweg an. Dieser licht bewaldete Hangweg leitet auf eine aussichtsreiche Geländeschulter, welche zwischen Latschenkiefern auf den abgeflachten Lausberg (1855 m) führt. Auf dem weiteren Weg zum Seinskopf umläuft man den Signalkopf (1895 m), der auf einem gesicherten Klettersteig nach oben führt. Bis zum Gipfel des Seinskopf sind es dann nur noch wenige Meter. Der Blick von allen drei Gipfeln ist wirklich schön und lohnt sich. Zurück geht es dann am grasigen Südhang und in vielen Kehren zur Ochsenalm und weiter zum Parkplatz. Wir hatten Glück, denn das sich ankündigende Unwetter erreichte uns erst kurz vor Schluss, sodass wir in der Softshelljacke nur noch ein bisschen im Regen zurück joggen mussten. Da wir direkt oberhalb der Mittenwalder Kaserne wanderten, konnten wir lange Zeit die unten im Tal stattfindenden Schießübungen hören, die die Idylle leider auch etwas störten. Diese anspruchsvollere 11,5 km-Tour dauerte 5:15 Stunden.

Ausblick vom Lausberg


Vierter Tag: nach Regenpause gemütlich über den Isar-Natur-Erlebnisweg und hoch zum Schwarzkopf, 1102 m

An unserem vierten Tag in Oberbayern regnete es leider den kompletten Vormittag. Am frühen Nachmittag entschieden wir uns dann doch noch aufzubrechen. Um auf Nummer sicher zu gehen - falls der Regen doch noch einmal zurückkehren würde - suchten wir uns den größtenteils ebenen Isar-Natur-Erlebnispfad heraus. Dieser führt auf schönen Wald- und Seewegen an vielen Hinweisschildern über Flora und Fauna vorbei. Wir machten noch einen Abstecher in die Hüttlebachklamm, welche mit tollen Felsformationen und zwei kleineren Wasserfällen aufwarten kann.

Spontan entschieden wir uns noch für den kurzen Aufstieg zum Schwarzkopf, der mit seinen 1102 Metern sehr nett, aber nicht spektakulär ist. Schön war es, von dort auf die drei Gipfel vom Vortag schauen zu können (Lausberg, Signalkopf und Seinskopf). Zurück ging es dann mit Blick auf zahlreiche Wasservögel weiter um den Isarstausee. Die eigentlich als 2-stündig gekennzeichnete Tour dauerte für uns etwa 4 Stunden, da wir noch die Hüttlebachklamm und den Schwarzkopf erkundeten.

Isarstausee


Fünfter Tag: mit einigen Anstrengungen auf den Simetsberg, 1840 m
Nach der Erholung vom Vortag wollten wir uns wieder etwas höher hinauswagen und fuhren nach Einsiedl, um den höchsten Gipfel über dem Walchensee zu erklimmen: der Simetsberg liegt mit seinen 1840 Metern im Estergebirge. Die Tour selber gestaltete sich gar nicht so einfach für uns, da wir an der einen oder andern Abzweigung unseren Wanderführer nicht richtig verstanden bzw. einen entscheidenden Aufstieg übersehen hatten.

Durch viel Wald und am Ende über offenes Almgelände bei der Simetsberghütte (unbewirtschaftet) folgt dann nur noch der recht kurze Anstieg durch Latschen zum Gipfelkreuz des Simetsberges. Der Gipfel bietet schöne Blicke auf die vielen benachbarte Berge wie Jochberg, Heimgarten und Herzogstand und natürlich auf den Walchensee. Der Rückweg ist überwiegend der gleiche (nicht bei uns, da wir ihn ja nicht ganz richtig liefen). Einige steilere Passagen lassen die Tour zu einer mit leichter bis mittlerer Anforderung werden. Die 11,5 km sind wir in guten 5 Stunden gelaufen.

Ausblick vom Simetsberg

Sechster Tag: Jochberg (mit Blick auf Simetsberg und Zugspitze), 1567 m

Die letzte Wanderung führte uns erneut an den Walchensee; dieses Mal allerdings an das andere Ende. Auf der Kesselberghöhe (ca. 850 m) geht der längere, teils steile Weg nach oben. Auf der anderen Seite kann man Herzogstand und Heimgarten besteigen, jedoch war uns die Tour zu beiden Gipfel zeitlich etwas zu lang, da wir etwas später starteten.

An mehreren kleineren Aussichtspunkten am Randes des Berges bekam man schon einen guten Vorgeschmack auf die Gipfelaussicht. Kurz unter dem Gipfel führt der Weg aus dem Wald auf eine große Almenlandschaft. Der Jochberg ist bei der Münchener Bergsteigerschaft sehr beliebt, weshalb der Ausblick ganz oben nicht alleine genossen werden kann. Die zahlreichen Berge und Seen, die es zu erblicken gibt, können allerdings über diesen Umstand hinwegtäuschen. Nicht weit entfernt konnten wir den Simetsberg vom Vortag erblicken und direkt dahinter auch die Zugspitze.

Auf dem Rückweg geht es auf Almwiesen vorbei an der bewirtschafteten Jocheralm, runter nach Sachenbach und am Walchensee entlang zum Ausgangspunkt auf der Kesselberghöhe. Die 9 km sind in gut 4 Stunden zu laufen.

Ausblick vom Jochberg mit Blick auf die Zugspitze
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