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Elberadtour mit Vater und Tochter (Autor: Wolfgang Kromat)
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Der achte Geburtstag meiner Tochter brachte ihr die ersten eigenen Fahrradtaschen. Orange, wasserdicht, gemacht für die große Tour. Natürlich wollten die Taschen möglichst bald eingeweiht werden und so begannen wir drei Tage später unsere erste grooooße Fahrradtour. Ursprünglich war geplant die Elbe von der Mündung aus nach oben zu fahren. Doch der Wetterbericht hat uns schnell davon überzeugt etwas weiter Strom aufwärts zu beginnen. Die erste Erfahrung die wir machten war, zu spät ist wenn der Zug weg ist. So konnten wir gerade noch sehen wie ein Zug von hinten aussieht. Eine halbe Stunde später dann, saßen wir im nächsten Zug und erreichten kurz nach Mittag die Elbestadt Lauenburg.

Das erste Abenteuer begann mit dem Überqueren der Elbe. Hier wechselten wir von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen. Das beflügelte Jarla dazu darüber zu philosophieren, ob es möglich wäre hier eine richtige Grenze zu errichten und warum ist hier überhaupt eine Grenze, warum gibt es Bundesländer? Während des Einkaufs wichtiger Nahrungsmittel wie Nudeln und Schokolade, konnte ihr Wissensdurst ausreichend gestillt werden.

Eine wohl-verdiente Pause an der Elbe


Schon auf den ersten Kilometer fällt die unglaubliche Ruhe auf, die die Elbauen verbreiten. Doch leider ist hinter dem Damm nichts vom einst geteilten Fluss zu sehen. Ein Greifvogel dreht seine Runden und Jarla ist von den ersten Störchen noch ganz begeistert. Schnell ist der erste Campinglatz erreicht. Noch bei der Einfahrt auf dem Platz fängt das Rad an zu Rumpeln. Ein Plattfuß! An der Rezeption werden wir von einer freundlichen Frau mit niederländischem Akzent empfangen. Sie teilt uns ein lauschiges Plätzchen unter den Bäumen zu. Flott geht der erste Zeltaufbau zu zweit voran. Kaum steht das Zelt, öffnen sich die Schleusen und es regnet was das Zeug hält. Mit dem Regen wächst auch der Entschluss, mich endlich von meinem 20 Jahre alten Zelt zu trennen.

Der Wettergott hat dann doch ein Einsehen und stellt das Wasser wieder ab. Nach dem Trockenlegen von Schlafsack und Isomatte ist der Platten dran. Der Blick in die Werkzeugtasche bringt eine leere Tube Flickenkleber ans Tageslicht. Zum Glück gibt es noch andere Radfahrer auf dem Platz und ich bekomme sogar eine neue Tube Kleber geschenkt. Jarla bleibt lieber auf dem Platz während ich noch eine Runde durch die drei Häuser von Radegast drehe. Rund um die Kirche reiht sich altes Fachwerkgemäuer zu einem winzigen, malerischen Ortskern auf. Auf dem Weg zurück zum Campingplatz fängt das Rad schon wieder hässlich zu Rumpeln an. Der nächste Plattfuß ist fällig. Jetzt ist nur noch ein einziger Flicken übrig.

Schöner Elbe-Ausblick


Nach einer ruhigen Nacht zeigt der Blick auf das Zelt, dass der Baum über uns wohl die Toilette von Tauben ist. Der grüne Stoff ist mit weißen Tupfen neu gestaltet. So ein Sch.... Nach dem Zeltreinigen frühstücken wir und packen ein. Jetzt noch bezahlen dann geht es weiter die Elbe aufwärts. Kaum sind die ersten 500 Meter zurückgelegt, melden meine Hände ein bekanntes Rumpeln vom Vorderrad. Platten Nummer drei. Schon nach dem zweiten Platten hatte ich den Mantel nochmals besonders gründlich durchsucht. Von Innen, von außen, durchgewalkt und doch nichts gefunden. Jetzt das ganze Prozedere wieder von vorn. Und endlich, da ist er. Ein hauchdünner Splitter hat sich in den Gummi gedrückt. Weder von innen noch von außen zu sehen oder zu spüren. Erst wenn das Rad rollt arbeitet sich der Splitter durch den Gummi und schneidet so nach ein paar Umdrehungen langsam aber sicher ein Loch in den Schlauch. Der letzte Flicken findet seinen Einsatz. Jetzt darf bis zum nächsten Ort nichts mehr schiefgehen.

Unsere erste Station in Bleckede ist der Fahrradhändler um ein neues Päckchen Flickzeug zu kaufen. Wir werden es zum Glück nicht mehr brauchen, aber es beruhigt ungemein. Im Garten des Café Zeitraum, teilen wir uns mit zwei Motorradfahrern den Sonnenschirm als Regenschutz. Im Gespräch stellen wir fest, auch wenn es von außen manchmal anders aussieht, haben Motorradfahrer und Radfahrer oft die gleichen Interessen. Sie wollen unterwegs sein und neues, fremdes entdecken. Jeder so auf seine Weise. Für Jarla gibt es Nudeln, was sonst und für mich stellt die aufmerksame Bedienung eine leckere Kartoffelsuppe auf den Tisch.

Regenbogen über der Elbe


Nach dem Essen hat sich auch der Schauer wieder verzogen und ich möchte noch das Biosphaerium Elbtalaue besuchen. Anfangs ist Jarla etwas skeptisch wegen der Besichtigung. Will sie doch einfach nur hoch hinauf auf den Turm. In den Ausstellungsräumen gibt es allerdings so viel auszuprobieren, dass sie ganz schnell ihr eigentliches Anliegen vergisst. Das gilt ganz besonders ab dem Betreten der Biberburg. Nach der fünften ausführlichen Runde an den schlafenden Bibern vorbei, erreicht meine Ausdauer so langsam ihr Ende. Jetzt hilft nur noch Bestechung mit Eis.



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