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Schnorcheln vor Kreta (Autor: Maria Steier)
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Wir, Maria und Saskia umschnorchelten die Westküste Kretas und schafften es in 16 Tagen von Maleme im Norden der Insel bis in den Südwesten nach Agia Galini mit zwischenzeitlichen kleinen Unterbrechungen. In monatelanger Planung entwickelte sich eine anfangs verrückte Idee zu einem durchdachten Projekt. Flüge wurden gebucht, Equipment besorgt, die Strecke festgelegt, Sicherheitsmaßnahmen getroffen und schon ging es los. Der konkrete Plan lautete: Wir schnorcheln so viele Kilometer wie wir in dieser Zeit schaffen entlang der kretischen Küste und transportieren alles, was wir brauchen in einem Schlauchboot, das wir hinter uns herziehen. Und ab da fingen der Spaß, aber auch die Anstrengung, das Leben in der Wildnis und die täglichen Problemchen, die damit einhergingen, an. Unser Boot „Hängebauchschwein“, das aufgrund seiner Lage im Wasser schnell auf diesen Namen getauft wurde, wurde sowohl in Deutschland als auch auf Kreta oft belächelt. Kein Wunder, es sah nicht gerade aus wie ein hochseetauglicher Katamaran. Eher erinnerte es an eine Luftmatratze, auf der Urlauber im Pool relaxen.

Unser Schlauchboot

Doch trotzdem ließ es sich über ein Seil, das mit einem Bleigurt an unserer Hüfte befestigt war, problemlos ziehen und hat selbst den 1,5 Meter hohen Wellen im Westen der Insel getrotzt. Uns so legten wir Tag für Tag unsere Kilometer im Wasser zurück, machten Pausen am Strand, auf Felsvorsprüngen oder im Wasser selbst und kamen abends wieder an Land, wo wir unser Zelt aufschlugen, unser Abendessen im Outdoorkocher zubereiteten und uns irgendwann in unsere Schlafsäcke verkrochen. Unterwegs gab uns einen Outdoor Kocher und Campinggeschirr mit auf die Reise, womit wir täglich unsere abgearbeiteten Kalorien wieder aufnehmen konnten. Ob Tee, Nudeln, Suppe, heiße Schokolade oder was Gebratenes: Mit unserem Superkocher war alles möglich. Der sandige und touristische Norden, in dem unsere Tour startete war unterwasser nicht sonderlich spektakulär, bot uns allerdings viele Ausstiegsmöglichkeiten und genug Zeit um uns einzuspielen und alle Handgriffe zu routinieren.

Kreta - ein Schnorchelparadies

Das kam uns sehr entgegen, da uns anschließend der Westküstenabschnitt von Falassarna bis Elafonisi bevorstand. Mental am anspruchsvollsten, da die Wellen sehr hoch, das Wasser dunkel und die aus zerklüfteten Felsen und großen Kiesel bestehenden „Strände“ sehr schmerzhaft bei jeder Anlandung waren. Oft schliff die Brandung uns über die scharfkantige Landschaft und um unser Boot vor Löchern zu schützen, steckten wir ein paar blaue Flecken mehr weg. Das ungemütliche Wasser des Westens entfaltete seine volle Kraft, was uns neben zahlreichen „Aua“s auch eine durchbrochene Flosse und ein Loch im Boot bescherte. So sehr wir auch uns bemühten, das Equipment und uns selbst ungeschoren aus dem Wasser zu bringen, manchmal war es eben doch unmöglich. Dunkelblaues tiefes Wasser unter uns, schäumendes Wasser um uns und spitze Felsen neben uns fragten wir uns öfter, was wir da eigentlich taten und welcher Mensch freiwillig in so eine brodelnde Suppe springt. Uns fiel nie eine Antwort ein. Nach einer Weile nutzten wir jedoch die Wellen zu unserem Vorteil, da wir vom Rückenwind wunderbar vorangebracht wurden. Wir konnten es kaum erwarten, den angeblich spiegelglatten Süden zu erreichen. Wie das immer so ist, läuft jedoch nichts wie geplant, aber dazu später.

Als die Halbzeit erreicht war, zogen wir eine kleine Bilanz darüber, was wir in den vergangenen Tagen geschafft hatten: Nach 9 Tagen, 103 geschnorchelten Kilometern, 54 Stunden im 23°C kalten Wasser, 1001 Knoten in den Haaren und nur noch 3 funktionierenden Flossen waren 2 Mädels ziemlich fertig aber trotzdem motiviert, weiter zu machen. Das Wetter hatte nur leider plötzlich keine Lust mehr, mitzuspielen und gefährdete unser bereits soweit voran geschrittenes Projekt. Ganze zwei Tage saßen wir aufgrund von Sturm komplett auf dem Trockenen, 2 weitere sind wir zwar ins Wasser gestiegen, kamen aber so gut von der Stelle, wie man sich das bei 30 km/h Gegenwind vorstellen kann.

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Unterwegs ist eine Firmengruppe von Outdoor-Fachgeschäften, die ihren Ursprung 1987 in Wilhelmshaven hat. Zunächst als reines Einzelhandelsgeschäft gegründet, führte das auf Service, Qualität, Fairness und Vielfalt fußende Angebot zum schnellen Wachstum.