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Roadtrip durch Alaska

von Maximilian Botsch

Tipps

Kennicott war bis 1938 das Versorgungszentrum mehrerer Kupferbergwerke und wir besichtigten die alten, roten Gebäude. Die Geisterstadt liegt direkt am Kennicott Gletscher und ist umgeben von den Wrangell Mountains.

Kennicott

Gegen Mittag setzten wir unsere Tour fort und begaben uns auf den Weg nach Valdez am Prince William Sound. In der kleinen Stadt findet die Trans-Alaska-Pipeline, die sich von Norden nach Süden durch das Land schlängelt, ihr Ende. Nach einer Wanderung auf dem Thompson Pass kamen wir gegen Abend in Valdez an. Unser Plan war es, am nächsten Morgen die Fähre nach Whittier zu nehmen, welche allerdings ausgebucht war. Wenn wir früh genug am Hafen wären, könnten wir jedoch Glück haben, falls jemand abspringen würde.

Passwanderung
Schiff

Wir gingen im Hafen essen und bestaunten die Fänge der gerade anlegenden Angler. Ziemlich viele und wirklich große Fische konnten diese an Land bringen. Nach dem Sonnenuntergang legten wir uns schlafen, damit wir auch wirklich die ersten am geplanten Schiff sind.

Hafen Valdez

Wir hatten tatsächlich Glück und bekamen unseren Platz an Board. Die Fahrt durch den Prince William Sound war super schön und wir konnten viele Tiere beobachten. Die Wale, die man hier häufiger sehen kann, blieben aber leider aus.

Nach ca. sechs Stunden auf der Fähre erreichten wir Whittier. Der kleine Ort, der nur knapp 200 Einwohner beherbergt, liegt an der nordöstlichen Küste der Kenai-Halbinsel im Süden des Landes.

Prince William Sound

Nachdem wir uns den Hafen angeschaut und eine kurze Pause gemacht hatten, tankten wir noch das Auto, bevor wir weiterfuhren. Man kann den Ort nur durch den Anton Anderson Memorial Tunnel mit dem Auto erreichen, oder verlassen. Der Tunnel verbindet Whittier mit dem Seward Highway in Richtung Anchorage. Erst ab dem Jahr 2000 ist der Tunnel mit dem Auto befahrbar, zuvor kam man nur mit dem Zug auf die andere Seite.

Wir fuhren den Seward Highway entlang Richtung Süden. Unser nächstes Ziel war Seward, eine Stadt mit viel Geschichte. So markiert Sie beispielsweise den Anfang des historischen Iditarod Trails, dem längste Hundeschlittenrennen der Welt. Zudem beginnt hier die Trasse der Alaska Railroad, die das Land durchquert.

Angekommen sahen wir uns gleich das Panorama der Küste an. Berge, vereint mit dem Ozean, auf dem die Fischerboote trieben. Wir fühlten uns hier sehr wohl. Zufällig sahen wir das Alaska SeaLife Center, welches wenige Meter von unserem Parkplatz entfernt lag. Wir schauten uns die Tiere im Center an, bevor wir unseren Platz auf einem Campground an der Küste bezogen.

Seward

Am Abend ließen wir uns eine gute Portion Fisch am Hafen schmecken, machten ein Feuer an unserem Platz und lernten weitere Reisende kennen, mit denen wir tolle Gespräche führten. Morgens fuhren wir weiter gen Süden. Wir hatten abermals Glück mit dem Wetter und bestaunten den Kenai Lake, sowie den gleichnamigen Fluss.

Tagesziel war Homer, wir wollten uns aber nicht hetzen, sondern einfach drauflosfahren. Wir besichtigten das Visitor Center der Stadt Kenai, angelten an einem Public Lake und erreichten Homer gegen Nachmittag. Der Ort liegt in der Kachemak Bay und ist der westlichste Küstenort, der mit dem Auto über das Highway System erreicht werden kann. Besonderheit des Ortes ist der Homer Spit, eine bebaute Landzunge. Hier besuchten wir den „Salty Dawg Saloon“- eine Kneipe, die in einem alten Leuchtturm Platz findet.

Zum Abend hin bezogen wir unser Lager auf einem Campground mit Hanglage. Somit hatten wir einen Blick auf den Ozean, den Spit und die Berge im Hintergrund. Mit Feuer und Steaks ließen wir den Tag ausklingen.

Kenai River
Homer

Nach einer Nacht in dem Fischerort machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Norden. Wir hatten zwischendurch Kontakt zu unseren Eltern Daheim. In dem Gespräch erzählte uns mein Vater vom Russian River, der in den Bergen der Kenai Halbinsel entspringt und im Kenai River mündet. An dieser Mündung fing mein Vater damals mit einem einheimischen Kumpel seinen ersten Lachs. Der fang dieser Fische fehlte Maurice und mir noch während der Tour, weshalb wir uns diesen Ort auf unserem Rückweg gen Norden unbedingt anschauen wollten.

Wir entdeckten Vorort einen Campingplatz direkt am Fluss und wollten uns kurz umsehen. Als wir am Wasser ankamen, fanden wir sehr viele Angler vor und wenige Momente später erschien am anderen Flussufer eine Bärin mit ihren zwei Cubs. Genau das wonach wir gesucht hatten – Adrenalin und Abenteuer. An diesem Fluss gelang es uns beiden dann auch unsere Lachse zu fangen und tatsächlich noch weitere Bären zu beobachten. Dieser Tag hat uns beide super glücklich gemacht. Bis spät am Abend saßen wir am Lagerfeuer und ließen uns den gefangenen Lachs schmecken.

Angeln
Bär

Am nächsten Morgen überlegten wir, noch eine Nacht zu bleiben. Da wir aber unseren Freunden in Anchorage noch einen Besuch versprochen hatten, machten wir uns auf den Weg dorthin. In der Stadt gingen wir abends gemeinsam essen und tranken das ein oder andere Erfrischungsgetränk in den Bars Downtowns. Unsere Freundin Patrizia war so nett und machte uns sogar die Wäsche, die nach all den Wanderungen und Aktivitäten nicht mehr allzu frisch war.

Unsere Tour näherte sich langsam dem Ende und wir machten uns auf dem Weg zurück nach Fairbanks. Da die Wettervorhersage leider nicht gut war, planten wir die Rute um und fuhren nicht mehr am Denali vorbei, sondern über den Glenn Hwy bis Tok und bogen auf den Alaska Hwy ab, der uns nach einer regnerischen Nacht auf einem Parkplatz zu unserem Startpunkt zurückbrachte. Zurück im Basecamp bei Sven gab es viel zu erzählen und so fand auch dieser Abend ein spätes Ende.

Da die letzten Tage doch auch relativ anstrengend waren, fuhren Maurice und ich an meinem letzten Tag in Alaska zu den heißen Quellen nach Chena Hot Springs. Bevor wir es uns allerdings so richtig gut gehen lassen wollten, wanderten wir noch einmal los auf dem Angel Rocks Trail.

Trail

Am darauffolgenden Tag ging mein Flug nach Hause, während Maurice noch ein paar Wochen länger blieb und die genialen Farben des Indian Summers genießen durfte.

Wir blicken auf eine Reise zurück, in der wir beide so viele Erinnerungen sammeln durfte, die uns prägten. Solch eine Tour mit seinem besten Freund zu erleben ist absolut etwas Besonderes und schweißt zusammen. Die nächste Tour fiel leider aufgrund der aktuellen Pandemie aus. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Gates oft the Arctic, wir sehen uns bald!