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Roadtrip durch Alaska

von Maximilian Botsch

Tipps

Anfang August 2018 durfte ich zum zweiten Mal die weite Reise nach Nord Amerika antreten. Nachdem mich das Land schon 2017, als mein Vater mich zum ersten Mal mit in die Wildnis nahm, in seinen Bann gezogen hatte, stand nun die nächste Tour mit meinem besten Freund vor der Tür. Maurice hatte seine beruflichen Fortbildungen abgeschlossen. Nun wollte er, quasi als Belohnung, die gegebene Zeit nutzen und eine längere Reise antreten, bevor er in das neue Berufsfeld startete. Da er 2017 aus schulischen Gründen auf die Tour ins Land der Bären verzichten musste, wollte er diese nun nachholen. Sein Vater war, wie meiner, schon mehrfach in Alaska. Naheliegend, dass es auch Maurice dorthin zog.

Hostel

Die Idee kam auf, einen Freund in Fairbanks zu kontaktieren. Sven Haltmann betreibt ein Hostel (Svens Basecamp) in der Stadt, welches für Maurice Reise der ideale Startpunkt sein sollte. Ich durfte Sven und sein Hostel im Vorjahr kennenlernen und war begeistert. Sven ist ein sehr sympathischer Gastgeber, der einem mit gutem Rat und Tipps zur Seite steht, wenn man Hilfe benötigt. Das Hostel selbst gibt den Gästen das „Adventure Feeling“, welches die meisten Touristen in Alaska wohl suchen.

Die Idee nahm Gestalt an, Maurice konnte über den gesamten Zeitraum seiner Reise bei Sven unterkommen. Als seine Pläne langsam konkret wurden, fing auch ich an darüber nachzudenken, einen Flug zu buchen. Lange musste ich allerdings nicht überlegen, denn wie oft bietet sich einem schon so eine Gelegenheit? Wir fingen also an, unser Abenteuer gemeinsam zu planen. Zumindest für die drei Wochen, in denen ich Maurice bei Sven besuchte.

Planung Keller

Anfang Juli ging es für Maurice dann los. Bis Anfang August, als ich endlich in Frankfurt im Flugzeug saß, sendete er Bilder und Videos von all den Dingen, die er schon erlebt hatte. Im Hostel lernte er eine ganze Menge neuer Leute kennen, mit den verschiedensten Storys aus aller Welt und ich konnte es kaum erwarten, mich dazu zu gesellen.

Die ersten drei Tage verbrachte ich bei Freunden aus Anchorage. Zur Begrüßung luden diese mich gleich in die 49th State Brauerei ein. Wir hatten eine super schöne Zeit mit gutem Essen, langen Gesprächen und Ausflügen, bevor ich den Mietwagen am Flughafen abholte und mich auf den Weg nach Fairbanks zu Maurice machte.

Freunde

Die Fahrt von Anchorage nach Fairbanks beansprucht mit dem Auto ungefähr 6,5 Stunden. Der schönste Teil der Strecke beginnt bei Cantwell, kurz vor dem Eingang in den Denali Nationalpark. Zwei Orte, an denen man quasi zum Anhalten gezwungen wird, um ein Foto zu schießen und eine Pause einzulegen. Da der Nationalpark allerdings auch auf der Liste von Maurice und mir stand, ging es zügig weiter Richtung Norden.

Gegen Nachmittag kam ich dann endlich bei Svens Hostel an. Maurice wartete schon mit einem kühlen Getränk und einem alten Bekannten auf mich. Chris, ein junger Amerikaner aus Montana, den ich bereits im Vorjahr kennenlernte, fand genau wie ich auch in diesem Jahr den Weg nach Alaska. Die Freude war riesig und der erste gemeinsame Abend war lang.

Cantwell

Wir blieben drei Tage in Fairbanks, planten unsere genaue Route mit dem Auto durchs Land nochmals und stellten die teils unvollständige Ausrüstung zusammen. Zudem besuchten wir Sven Zuhause, gingen am Fluss fischen und fuhren mit dem Quad und dem Motorrad die Pipeline entlang. Dann ging es endlich los! Wir waren Sven sehr dankbar, denn er stellte uns einen Dodge Durango zur Verfügung, in dem wir die kommenden Tage übernachteten.

Unser erster Halt war der Denali Nationalpark. Gegen Nachmittag kamen wir am Visitor Center an und informierten uns über die Abfahrtzeiten der Busse, die täglich durch den Park fahren. Wir wollten den ersten Bus am nächsten Morgen erwischen, um dem großen Andrang zu umgehen. Nachdem wir die nötigen Infos eingeholt hatten, fuhren wir die ersten 15 Meilen in den Park um etwas zu wandern. Für Privatfahrzeuge ist die Straße ab hier gesperrt.

Denali

Wir wanderten auf den nächstgelegenen Berg und genossene die atemberaubende Aussicht, die uns von dort oben geboten wurde. Der Blick auf den höchsten Berg Nordamerikas blieb uns trotz gutem Wetter aber leider verwehrt. Wir ließen den Abend außerhalb des Parks in einem kleinen Restaurant ausklingen.

Die Vorfreude auf die Tagestour in den Nationalpark weckte uns am darauffolgenden Morgen noch weit bevor der erste Bus seine Türen öffnete. Leider wurde das gute Wetter vom Vortag durch eine sehr starke Nebelwand abgelöst. Das waren keine guten Bedingungen um die Landschaft und die Tierwelt des Parks beobachten zu können. Wir beschlossen erst einmal zu frühstücken und etwas abzuwarten. Als sich das Wetter aber bis 9:30 Uhr nicht gebessert hatte, beschlossen wir weiter zu fahren. Auf dem Rückweg unserer Rundreise würden wir nochmals an dem Park vorbeifahren und bei besserem Wetter die Chance nutzen.

Denali Highway

Unser nächstes Ziel war der Denali Highway. Die 218 km lange Straße (34 km geteert, der Rest Schotter) verläuft entlang der Alaska Range und verbindet die beiden Orte Cantwell und Paxson. Das besondere an dieser Route ist schlichtweg die weitgehend unberührte, menschenleere Gebirgslandschaft, die einst von Gletschern geformt wurde.

Leider wurde das Wetter immer schlechter und nahm uns die Sicht auf die wunderschöne Bergkette, die man hier bei gutem Wetter bestaunen darf. Als kleine Entschädigung konnten wir unseren ersten Grizzly unweit der Schotterpiste beobachten. Während wir eine kleine Pause einlegten fiel Maurice ein Nagel in einem der Reifen auf. Wir hielten nun öfters an, um Luft nachzufüllen und grübelten über eine Lösung.

Grizzly

Als wir einen geeigneten Schlafplatz direkt an einem See gefunden hatten, machten wir etwas Feuer und genossen die Aussicht trotz Regen aus dem Kofferraum. Da sich das Wetter auch am nächsten Tag nicht bessern sollte, machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Punkt auf der Liste – Kennicott im Wrangell-St.-Elias-Nationalpark.

In Glennallen kauften wir noch etwas Verpflegung und stellten fest, dass der Nagel im Reifen zum Glück von alleine verschwunden war. Am Nachmittag bezogen wir am Moose Lake an der McCarthy Rd unser Nachtlager. Es war nach wie vor am regnen, doch wir machten das Beste daraus und grillten direkt am See.

McCarthy Road
Moose Lake