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Bolivien (Autor: Corinna Canek)
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Die 7 besten Orte in Bolivien – und wie ich Dynamit in die Luft sprengte

Copacabana


Copacabana ist eine kleine Stadt direkt am Titicacasee, einer der höchstgelegenen Seen der Welt. Von hier aus kann man einige Inseln besuchen, wie die Isla Del Sol. Zwei Boote fahren täglich zur Insel: 8:30 Uhr und 13:30 Uhr. Ein einfaches Ticket kostet 30 BOB (3,55€). Die Inkas verehrten einst die Isla Del Sol als Geburtsstätte der Sonne. Heute bietet sie sich wunderbar zum Wandern an. Für genauere Wanderruten empfehle ich den Blogbeitrag Fernsucht Blog von Isolde Ma Reisen. Zwischen den Wanderstrecken kannst du in kleinen einheimischen Städtchen entspannen und frischen trucha (Forelle) essen. Auf der Insel gibt es eine Kirche, in der La Virgen de la Candelaria, a.k.a. the Dark Virgin (Schwarze Jungfrau) steht. Ihr werden besondere Heilkräfte nachgesagt. Jedes Jahr pilgern vom 2. bis 5. Februar viele Gläubige zur Schwarzen Jungfrau und hoffen Zeuge eines Wunders zu werden. Für eine traumhaft schöne Aussicht empfehle ich, den Cerro Calvario am nördlichen Ende des Strandes zu besteigen. Strand, Meer und Sonne aus Adlersicht – was will man mehr?

La Paz ist der weltweit höchstgelegene Regierungssitz (3640 Höhenmeter) und definitiv einen Besuch wert. Hier kann man über die Sagarnaga Straße schlendern, wo man von Hostels, über Reiseagenturen bis hin zu Souvenirs und einheimischem Kunsthandwerk alles findet, was das Touristenherz begehrt. Man kann aber auch den Mercado des las Brujas – den Hexenmarkt besuchen. Zwischen Souvenirs hängen hier Lamaföten, die beispielsweise vor einem Hausbau für Glück, Wohlstand und Gesundheit auf einem Grundstück vergraben werden. Mit den Lamaföten bringt man Pachamama (Mutter Erde) ein Opfer. Dieser Brauch war auch in Europa einst weit verbreitet.

Ich habe Karneval in La Paz gefeiert, weil ich nicht wusste, dass Oruro DIE!! Karnevalsstadt Boliviens ist. Neben vielen Paraden decken sich die Menschen mit Schaumsprühdosen ein und dann wird alles eingeseift, was zwei Beine hat. Das Zeug hinterlässt glücklicherweise keine Spuren auf den Klamotten, aber nach so 10 Ladungen ins Gesicht fangen die Augen an zu brennen. Es ist ein Spektakel, das man auf jeden Fall mitmachen muss. Kleiner Tipp: man kann sich eine Maske für die Augen besorgen. Allerdings bringt das leider gar nichts, da man nach dem ersten Treffer ins Gesicht wie ein blindes Huhn durch die Gegend wackelt und die Maske absetzen muss. Vielleicht wäre eine Schweißerbrille mit integrierten Scheibenwischern eine gute Lösung?

Karneval in Bolivien

Rund um La Paz gibt es einiges zu sehen und zu erleben. So kann man von hier aus z. B. mit dem Bus zur Valle de la Luna fahren. Das sind Steinformationen, die sich über Millionen von Jahren durch Erosion und Klimaumschwünge gebildet haben. Öffentliche Busse bringen dich für 2,60 BOB (0,30€) zum Eingang. Der Eintritt kostet 15 BOB (1,80€).

Oder hast du Bock auf feinen Nervenkitzel? Dann ratter mit dem Fahrrad die weltberüchtigte Death Road runter. Es gibt dafür sehr viele Anbieter, die preislich stark variieren. Ich habe mich für Barracuda Biking entschieden. Die Agentur berechnet zwar saftige 570 BOB (67,85€), allerdings sind die Bikes echt gut und die Guides super. Es war schon ein leicht beängstigendes Gefühl, diese enge, nicht geteerte Straße runter zu brettern. Das Bike rattert über Steine und Schlaglöcher und zu allem Übel muss man bergab auf der LINKEN Seite fahren, also am tödlichen Abgrund entlang! 40 km downhill! Bisher gab es aber „nur“ 29 tödliche Unfälle auf dieser Straße innerhalb der letzten 20 Jahre während einer Bike Tour. Und die waren immer auf Unvernunft, hohe Risikobereitschaft und Unaufmerksamkeit zurück zu führen – so erzählt man sich das zumindest … Ich weiß nicht, ob mich diese Info beruhigen oder noch nervöser machen sollte. Und ich weiß nicht, welchen Effekt sie auf dich hat.

Wenn man den Abgrund runter schielt sieht man jede Menge Kreuze, Altare und alte Autowracks am Boden liegen. Etwa 200 bis 300 Fahrer verlieren hier jedes Jahr ihr Leben. Das entspricht etwa einem Wagen alle zwei Wochen. Deshalb ist die Yungas Road 1995 offiziell zur „gefährlichsten Straße der Welt“ erklärt worden. Jeder, und ich meine wirklich ABSOLUT JEDER, der sich für eine Fahrt auf der Death Road entscheidet, muss sich seiner Verantwortung für sein Leben bewusst sein, achtsam und bewusst diese Entscheidung treffen und entsprechend aufmerksam fahren! An eurer Entscheidung hängt nicht nur euer Leben, sondern auch das Wohlbefinden und Glück all derer, die euch lieben!

Death Road

Die Stadt Cochabamba wird eigentlich nur als Ausgangspunkt für Touren zum Torotoro Nationalpark genutzt, aber auch hier gibt es einiges zu entdecken. Die Stadt wird auch „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt, weil hier immer angenehme Temperaturen herrschen.

Mit einer Gondel kann man die Statue von Cristo de la Concordia besuchen. Die Statue ist etwas größer und auch etwas höher gelegen als die Jesus-Statue in Rio de Janeiro. Bis 2010 galt sie sogar als größte Jesus-Statue der Welt (heute gibt es eine noch größere in Polen). Die einfache Gondelfahrt kostet 6,50 BOB (0,75€). Theoretisch kann man auch die Stufen zu Jesus hoch gehen, aber wegen erhöhter Kriminalität auf dem Weg nach oben wird explizit davon abgeraten.

Darüber hinaus ist die Stadt bekannt für Paragliding. Ob Kurse oder nur ein Sprung, es gibt hier sehr viele Anbieter mit super Preisen. Vielleicht willst du zur Abwechslung lieber shoppen gehen? Dann ab zu La Cancha – dem größten Open-Air Markt Südamerikas. Hier findest du absolut alles: Essen, Kleidung, Bücher, Souvenirs, Lamaföten … Aber pass auf deine Wertsachen auf, hier wird öfter mal geklaut und Touristen sind ein gefundenes Fressen für hungrige Diebe.

Torotoro Nationalpark

Abgesehen von grandioser Natur ist dieser Park bekannt für seine Überbleibsel aus der Trias-, Jura- und Kreidezeit: Also DINOSAURIER! Fußabdrücke und Fossile sind hier überall. Es gibt Höhlen, Berge, Schluchten, Flüsse, dichte Wälder! Man kann von Cochabamba aus eine Tour machen, aber meines Erachtens nach sind die viel zu teuer angesetzt. In Torotoro gibt es ein offizielles Haus der Guides, wo man sich einen Führer für den Tag für eine Gruppe bis 6 Personen buchen kann. Es gibt verschiedene Touren, aber ich empfehle auf jeden Fall die Caverna de Umajalanta, Ciudad de Itas und El Vergel. Bei der Caverna de Umajalanta-Tour darfst du nicht klaustrophobisch veranlagt sein. Manche Stellen in dieser Höhle sind extrem niedrig und extrem eng. Aber sie ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Die Stalagmiten und Stalaktiten sind sehr beeindruckend. Die Höhle beherbergt viele kleinere Seen, die von blinden, transparenten Fischen bewohnt werden.

Die Ciudad de Itas ist eine Felsenstadt. Genauer: Es ist ein faszinierendes Höhlensystem, das durch Erosion über Millionen von Jahren entstanden ist. Die riesigen Räume erinnern an das Innere von Kathedralen und es ist einfach wunderschön.

Toro Toro

Auf dem Weg zum Tal El Vergel passierst du Stellen, an denen du Millionenjahre alte Dinosaurierfußstapfen bestaunen kannst. Du kommst an Wasserfällen vorbei, an denen du schwimmen gehen kannst und du kannst eine grandiose Sicht über den Canyon genießen. Leider hatte es kurz vor meinem Besuch stark geregnet, sodass der Weg zum schönsten Wasserfall nicht begehbar war. Mist! Aber dann habe ich einen Grund mehr, nochmal nach Bolivien zu reisen.

Für all diese Touren musst du dir im Informationszentrum (auf der Calle del Olvido) erst mal das Ticket für den Nationalpark kaufen. Es ist für 4 Tage gültig und kostet 100 BOB (11,90€). Das Guide-Zentrum befindet sich direkt neben dem Informationszentrum. Wenn du alleine oder mit wenigen Personen da bist, empfehle ich dir etwa gegen 7:30 Uhr dort aufzutauchen, denn es gibt immer genug Leute, die andere Reisende suchen, um sich einen Guide zu „teilen“. Die Caverna de Umajalanta und die Ciudad de Itas kann man gemeinsam an einem Tag machen.

Toro Toro

Sucre

Boliviens Hauptstadt wird auch „Weiße Stadt“ genannt. Obwohl es eine Hauptstadt ist, herrscht hier eine sehr relaxte Atmosphäre. Es gibt wunderschöne historische Gebäude und geile Parks zum Chillen. Auch hier waren die Dinosaurier nicht weit. So kannst du zum Beispiel mit dem Dino-Truck – 15 BOB (2€) pro Fahrt – von der Kathedrale am Plaza 25 de Mayo zu Cal Orkco fahren, wo du Fußabdrücke von fast 300 verschiedenen Dinosaurierarten sehen kannst.

Wenn du mehr auf Natur und Klettern stehst, dann musst du die Ruta de 7 Cascadas (Rute der 7 Wasserfälle) machen. Das kannst du entweder auf eigene Faust oder mit einem Guide. Ich empfehle den Guide, denn 4 der 7 Wasserfälle sind schwieriger zu erreichen, wenn du die Rute nicht kennst. Es gibt hier nämlich keinen Pfad; du musst hier über Felsen klettern. Tricky aber total geil! Die Tour kostet 43 BOB (5,10€).
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