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Wanderung Zugspitze über das Gatterl

von Sebastian Boblist

Tipps

Tourdaten:

Höhenmeter: 1950
Länge: 14 km
Dauer: Etwa 8 Stunden

Einmal auf die Zugspitze zu gehen ist für viele ein Traum. Auf den höchsten Gipfel Deutschlands führen dabei ganz unterschiedliche Wege mit verschiedener Schwierigkeit. Einer mit wenig Schwierigkeiten und kürzerer Länge als vom Reintal aus, ist die Route über das Gatterl von Ehrwald, in Österreich aus.

Dort startet man an der Ehrwalder Almbahn, wo kostenlos geparkt werden kann. Vom Parkplatz aus, führt ein Weg über Skipisten in etwa einer Stunde zur Bergstation ebendieser Seilbahn. Man kann sich die ersten Höhenmeter auch sparen und die Bahn nehmen, diese fährt allerdings erst ab 8 Uhr. Wer vorher starten möchte oder ohne Unterstützung auf Deutschlands höchsten Berg kommen möchte, kann auch locker drauf verzichten. 

Die Strecke laufe ich alleine, am Nachmittag sind Gewitter vorher gesagt, deshalb starte ich bereits um halb fünf und laufe mit Stirnlampe durch die Dunkelheit. Nach einer Stunde komme ich zur erwähnten Bergstation, bei der es dann auch schon anfängt zu dämmern.

Über Wiesen und breite Wege geht es weiter in Richtung der Hochfeldern Alm und weiter bis der Weg zum Pfad wird und sich am Berg entlang nach Osten führt. Hier wird der zunächst etwas unspektakuläre Weg nun schöner. Mittlerweile ist die Sonne aufgegangen und der Blick auf die gegenüberliegende Mieminger Kette sorgt für perfekte Bergstimmung.

Der schmale aber einfache Weg führt nun zum namensgebenden Ort dieser Tour, zum Gatterl, dem kleinen Grenztor, dass Tirol von Bayern trennt. Zuvor muss noch eine seilversicherte Stelle überwunden werden. Diese ist aber ohne große Schwierigkeiten zu meistern. Nach dem Gatterl öffnet sich der Blick bis zum Zugspitzgipfel und die Landschaft verändert sich merklich. Wo zuvor grüne Wiesen den Wegrand säumten, sind es nun Felsen und Gestein. Wo vorher grün vor herrschte, ist dies nun einem grau gewichen.

Auch wenn es noch etwas dauert bis man dort ist, kommt nun schon bald das nächste Zwischenziel in Sicht: Die Knorrhütte. Hier trifft der Weg vom Gatterl auf die Route aus dem Reintal, die etwas einfacher aber deutlich länger ist. Das merkt man spätestens daran, dass es von nun an voller wird. Nach einer erfrischenden Hollerschorle an der Hütte und aufgefüllten Wasserreserven geht es nun weiter über felsiges und gerölliges Gelände über das Zugspitzplatt bis zum Sonnalpin, was in einer weiteren Stunde erreicht wird.

Nun folgt ein mit Drahtseilen versicherter Steig auf die letzten 300hm zum Gipfel hinauf. Dies ist zugleich der technisch anspruchsvollste Teil der Tour, deshalb ist es unbedingt notwendig, dass du hier noch genügend Kraftreserven übrig hast. Sollte dem nicht so sein, fährt als Alternative auch eine Seilbahn die letzten Höhenmeter nach oben.

Nach dem Steig gelangt man zum Gipfelgrat, wo die Route mit dem Weg vom Stopselzieher Klettersteig zusammenführt. Der Blick auf den Eibsee auf der bayerischen Seite der Zugspitze wird frei und zeigt sein markantes, türkises Wasser. Nun geht es die letzten Meter bis zur Gipfelstation und damit in den Trubel des Gipfelplateaus. Wer hier, Bergromantik und Ruhe erwartet, wird leider enttäuscht, drei Seilbahnen und mehrere Restaurants sorgen für Hochbetrieb, dennoch ist die Tour über das Gatterl sehr lohnend und wenn der Aufstieg noch nicht direkt für die Strapazen entschädigt hat, tut es spätestens die Aussicht.

Von hier kann man entweder mit der Tiroler Zugspitzbahn wieder hinab nach Ehrwald Obermoos und dann mit dem Bus zum Parkplatz, über dieselbe Route absteigen oder man übernachtet im Münchner Haus (nicht in 2021!) auf dem höchsten Punkt Deutschlands.

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