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Von der polnischen Grenze bis zur Königin der Hanse

von Corinna Länger

Tipps

Für Wanderer jeden Alters bieten Trekkingstöcke eine gute Unterstützung. Sie erhöhen die Trittsicherheit im unwegsamen Gelände und verbessern das Gleichgewicht.

Wer viel aktiv unterwegs ist, braucht auch eine ausgewogene Trekkingnahrung. Der Kalorienbedarf während einer ausgiebigen Trekkingtour ist natürlich nicht mit einem entspannten Sonntag auf dem Sofa zu vergleichen. Je nach Aktivität und Klima steigt der Energiebedarf unseres Körpers auf mehrere tausend Kilokalorien pro Tag an. Genauso wichtig ist es, den Körper immer und überall mit genug Flüssigkeit zu versorgen. In nachhaltigen Trinkflaschen lassen sich Wasser oder andere Getränke einfach und praktisch transportieren.
In Corona-Zeiten fiel das Pilgern bis nach Santiago de Compostela oder Rom natürlich aus. Im Nachhinein bin ich dankbar für eine innerdeutsche Wanderung, auf der ich das wunderschöne Mecklenburg-Vorpommern Schritt für Schritt kennengelernt habe, teilweise auf geschichtsträchtigen Wegen unterwegs war und die Offenheit meiner Gastgeber noch mehr zu schätzen wusste.

Ostsee
Der baltisch-westfälische Weg existiert seit 2005 und führt von den baltischen Ländern und Polen kommend quer durch Norddeutschland bis Münster, von wo aus wiederum andere Wege weiterführen. Auf Usedom startete ich direkt an der Grenzbrücke, doch geht die Wegführung meist durchs Hinterland und trifft nur selten wieder auf die Ostsee. Nur die charmanten Reetdächer und der frische Wind lassen auf die Nähe zur Küste schließen. Zum einen geht es dem ursprünglichen Pilger um ein schnelles Vorankommen, zum anderen findet man so viel Ruhe und einsame Natur weitab der viel befahrenen Ostseeradwegen.

So lief ich beispielsweise 6 km auf einer gemähten Wiese am Ufer der Trebel entlang – hier entstand glaube ich das Wort 'Pampa'. Für Radfahrer gibt es sogar eine ausgeschilderte Alternative, da dieser malerische Trampelpfad unbefahrbar ist. Die Etappe Greifwald – Grimmen (26 km) verläuft größtenteils auf den alten Bahntrassen, meine Bemerkung im Tagebuch „das einzig Besondere war die Autobahnüberquerung“ lässt zu Recht auf viel Ruhe und Einöde schließen. Und von Wrangelsburg läuft man ganze 5 km schnurgeradeaus durch den Karbower Wald ohne ein Zeichen der Zivilisation bis man die urige Hanshäger Mühle erreicht.

Karbower Wald

Trubelig geht es dann in Rostock, Wismar und Lübeck (meinem Ziel) zu. Auch wenn ich gefühlt noch sensibler auf den Verkehrslärm nach Tagen der Abgeschiedenheit reagiere, begeisterten mich die schmucken und farbenfrohen Giebelhäuser, die Kopfsteinpflasterstraßen in den Altstädten und die grünen Parkanlagen rund um die Ruinen von Klostern oder Stadtmauern.

Wismar
Klosterruine

Auf meinen Etappen gab es fast keine Cafés oder Einkehrmöglichkeiten unterwegs, wie man es aus Spanien fast in jedem kleinen Dorf gewohnt ist. Dementsprechend sollte man sich Proviant für den Tag mitnehmen und auf gutes Wetter hoffen, um unterwegs im Freien gemütlich Pause machen zu können. Schöne Aussichten oder Seen laden dazu allzu oft ein, doch entdeckte ich kaum überdachte Bänke. Sehr positiv fand ich allerdings die vielen offenen Kirchen unterwegs, die man beim plötzlichen Regenschauer als Schutzhütte aufsuchen kann. In manchen lagen auch Stempel aus, um den Pilgerausweis zu füllen.

Kirche

Generell hatte ich auch oft das Gefühl, dass die Anwohner über den Pilgerweg Bescheid wussten. Von einem Traktorfahrer wurde ich zum richtigen Abzweig gewunken, in Hanshagen wies mir ein Mann den Weg um eine Baustelle herum wieder auf den Wanderweg und öfters wurde ich nach einem neugierigen Blick direkt auf das Pilgern angesprochen. Das habe ich auf der Via Scandinavica ganz anders erlebt.

Auch offizielle Pilgerunterkünfte findet man viel zahlreicher auf diesem Weg. Meist sind diese in den Gemeindehäusern auf einfachen Matten oder der mitgebrachten Isomatte. Doch auch in einer Kindertagesstätte und auf einem Reiterhof fand ich unkompliziert Quartier. Ein Schlafsack sollte auf jeden Fall auf Ihrer Packliste stehen.

Unterkunft

Die Wegmarkierungen sind nicht so zahlreich, wie man sie auf spanischen Jakobswegen findet, doch wer danach sucht, wird die Aufkleber mit der Jakobsmuschel und die gelben Pfeile entdecken. Teilweise läuft auch der Europäische Fernwanderweg E9 oder der Hanseatenweg parallel und ist so noch zusätzlich ausgewiesen. Trotzdem war ich froh, mein Pilgerbuch dabeizuhaben für interessante Zusatzinformationen und vor allem die Kontakte der Pilgerunterkünfte.

Wegmarkierung

Meine sehr positive Erfahrung der Via Baltica basiert vor allem auch auf der Wegführung. Erfahrene Wanderer wissen, wie anstrengend und zehrend viel Asphalt auf einer mehrtägigen Wanderung ist. Hier ziehe ich wirklich den Hut, denn bis auf zwei längere Abschnitte (die Brücke nach Usedom mit dem anschließenden Radweg bis Johannishof sowie die Landstraße nach Alt Karin) und die Strecken durch eine Stadt kann man bei Asphalt auf den Rasenstreifen ausweichen oder geht sowieso auf weichen Waldboden, sandigen Feldwegen oder (wie so oft) zwischen den Plattenwegen auf Gras entlang der Bahntrassen.

In diesem Sinne: Buen Camino!
Via Baltica

Unterwegs