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Unterwegs im Weserbergland

von Ulrich Münten

Tipps

Für unsere Tage im Weserbergland (ein Höhenzug aus Muschelkalk) zwischen Hann. Münden und Porta Westfalica wählen wir einen Mix aus Kultur (Fachwerk, Höhle, Kirchen, Stift) und Natur (Buchenwälder, Felsen, Kammwege, Gärten) und konzentrieren uns auf die Mittelgebirge Süntel und Wesergebirge, sowie die Städte Hameln und Rinteln.

Das 1000 jährige Stift Fischbeck

Begleitet von unserer fachkundigen Gästeführerin besichtigen wir die Stiftskirche und einige Orte, die außerhalb der Führungen nicht zugänglich sind: die Krypta, den Kreuzgang und die Gärten mit der 1000 jährigen Eibe. Der berühmte Fischbecker Wandteppich im Damenchor ist in der Literatur beschrieben und erzählt die Gründungslegende. 

Die Christliche Frauengemeinschaft (Evangelisches Damenstift) existiert seit über 1000 Jahren. Es ist ein traditionsreicher Ort im Weserbergland am Pilgerweg Loccum-Volkenroda. Das Stift Fischbeck ist seit der Gründung im Jahr 955 ein freiweltliches Damenstift und seit der Reformation im Jahr 1559 evangelisch-lutherisch.

Die Stiftsdamen, auch Kapitularinnen genannt, sind ledig, verwitwet oder geschieden, haben Berufs- und Lebenserfahrung und bringen sich aktiv ein, um durch die Gestaltung des gemeinsamen christlichen Lebens und der Mitarbeit im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Erhaltung dieses großartigen und traditionsreichen Ortes beizutragen. Wir genießen unseren Besuch des romantisch-verwunschenen Stiftes mit seiner ungewöhnlichen Kirche und erwerben u. a. selbstgemachten Honig im Stiftungsshop.

Die Findlinge in Fischbeck

Beim Spaziergang durch Fischbeck finden wir reichlich Spuren und Zeugnisse der Eiszeit vor über 200.000 Jahren. Die Granitbrocken vulkanischen Ursprungs stammen aus den skandinavischen Gebirgen und tragen so zu einem besonderen Erscheinungsbild des Ortes bei. Der größte Findling ist als Denkmal unter Naturschutz gestellt, liegt in einem privaten Garten und wiegt über 27 Tonnen.

Hohenstein mit Teufelskanzel am Süntel

Den besonderen Anziehungspunkt am Hohenstein bildet die 40 m hohe Kalksteinwand mit den prägnanten Felskanzeln "Hirschsprung", "Teufelskanzel" und "Grüner Altar". Der Hohenstein fasziniert die Menschen bereits seit langer Zeit. Während der Bronzezeit bestatteten die Angehörigen ihre Toten auf dem Felsplateau und in germanischer Zeit befand sich dort oben eine Kultstätte, die der Frühlingsgöttin Ostara geweiht war. Er diente als Versammlungs-, Gerichts- und Opferort. Hier, auf dem Ostteil des Hohensteines, haben die alten heidnischen Cherusker und später die Sachsen ihre Götter verehrt. Am Fuße des Hohensteins wurde sogar gekämpft. Die Namen des "Totentals" und des "Blutbachs" erinnern an die Schlacht zwischen Widukind und dem Frankenheer Karls des Großen im Jahr 782.

Diese aussichtsreiche Rundwanderung (HO 8) führt uns vom Wanderparkplatz Kreuzsteinquelle durch das Totental, entlang am Blutbach, vorbei an der Baxmannbaude hinauf auf das Kalksteinplateau des Hohensteins mit 341 m. Hier bieten sich uns von der Teufelskanzel herrliche Ausblicke auf das Naturschutzgebiet Hohenstein, in dem sogar Uhus leben. Anschließend geht es talabwärts und wir genießen unterwegs herrliche Walderdbeeren, bevor wir unseren Ausgangspunkt erreichen.

 

Hameln und das Restaurant Pfannkuchen

Über den Rattenfänger ist genug geschrieben worden und die Geschichte begegnet uns in Hameln an jeder Ecke. In der Altstadt befinden sich schöne Fachwerkhäuser, unterschiedliche Büchereien und angenehme Kaffeeshops, ganz nah dran fließt die Weser. Zeit zum Stöbern und genießen.

Ein über 350 Jahre altes Haus mit Seele finden wir im Restaurant Pfannkuchen. Hier werden Spezialitäten in über 55 Variationen (!) angeboten. 

Drei-Burgen-Route im Wesergebirge

Die Drei-Burgen-Route (Ri 5) führt uns über naturnahe Pfade und Forstwege auf dem Höhenzug des Wesergebirges bei Rinteln zu drei Burgen: Burg Schaumburg, Osterburg und Paschenburg - drei Burgen, die so unterschiedlich und abwechslungsreich sind, wie der Weg, der sie verbindet.

Nach einer einstündigen Wanderung durch alten Buchenwaldbestand und schönen Ausblicken ins Tal erreichen wir als erste die Burg Schaumburg auf dem Nesselberg. Es handelt sich um eine typische Höhenburg aus dem 11. Jahrhundert. Vom 30 m hohen Georgsturm aus lassen wir den Blick über das Wesertal schweifen. Nach drei weiteren abwechslungsreichen Kilometern erreichen wir die Osterburg, eine ehemalige Ruine aus frühmittelalterlicher Zeit. Ein schöner Ort für eine genussvolle Pause unter alten Buchen. Der Rundwanderweg führt nun weiter über den Kamm des Wesergebirges zur Paschenburg. Ein grandioser Ausblick belohnt den Anstieg.

Die Drei-Burgen-Route weist neben den kulturell bedeutenden Burgen eine sehr abwechslungsreiche und interessante Flora (Pyramidenorchis/Orchidee) auf. Wir kommen unter anderem am Naturdenkmal Springsteine sowie am sagenumwobenen „Mäumkeloch“ vorbei. Nach insgesamt 13 Km/400 Hm erreichen wir unseren Ausgangspunkt. 

Historischer Stadtrundgang durch Rinteln an der Weser

Rinteln an der Weser hat Geschichte und birgt eine Fülle von Geschichten. Wir erleben eine lebendige historische Stadt mit 18 verschiedenen Ortsteilen, die sich mit Erkern, Giebeln, Fächerrosetten, Gesimsen und viel Fachwerk aus dem 15-17 Jahrhundert schmückt. Eine gepflegte Kulisse im Weserrenaissance-Stil bieten der historische Marktplatz und eine attraktive Fußgängerzone

Führung duch die Schillat-Höhle im Süntelgebirge

Im Süntel wird seit Jahrzehnten Korallenoolith (Kalkstein aus dem Oberen Jura) abgebaut. Die 1992 entdeckte Schillat-Höhle ist rund 180 Meter lang und liegt in einer Tiefe von 45 Metern. Sie ist Deutschlands nördlichste Tropfsteinhöhle, wurde zu einer Schauhöhle ausgebaut und im August 2004 für Besucher geöffnet. Der Höhleneingang liegt 36 Meter unterhalb der Steinbruchkante und wir erreichen ihn mit der Höhlenführerin in einem verglasten Aufzug. 

Im Innern der Schauhöhle befinden sich neben verschiedenen Tropfsteinformationen zahlreiche Fundstücke, die in Vitrinen präsentiert werden. Es werden unterschiedliche Gesteinsarten, Mineralien, Tropfsteine, Fossilien der Jurazeit, Sinterperlen und seltene Kalzitkristalle, sogenannte Korallen, gezeigt. Vor und nach der Führung werden Filme über den Süntel und die für Besucher verschlossene Riesenberghöhle mit ihren geologischen Schätzen in einer 3D-Dia-Show vorgestellt. Der Besuch ist sehr zu empfehlen!

Schneegrund Rundwanderung mit Iborn-Quelle, Langenfelder Wasserfall und Süntelbuchen

Die angenehme Rundtour (HO 2) starten wir bei Hessisch Oldendorf/Rohdental vom Wanderparkplatz Schneegrund. Wir befinden uns direkt auf einem schönen Waldweg und besuchen die Ibach-Quelle. Entlang des Höllenbaches geht’s zunächst am ehemaligen Naturfreundehaus Schneegrund vorbei. Der Wasserfall bei Langenfeld ist mit seiner Fallhöhe von 15 m der höchste natürliche Fall in Niedersachsen. Nach Durchquerung der Wälder des Ibergs gelangen wir zurück zu unserem Ausgangspunkt. 

Süntelbuchen sind eine seltene Variante der Rotbuche. Sie beeindrucken durch ihre verdrehten, verkrüppelten, miteinander verwachsenen Äste und ihren sehr kurzen, drehwüchsigen Stämme. Sie wachsen mehr in die Breite als in die Höhe. Dabei erreichen sie nur selten eine Höhe von über 15 Metern. Mit ihren herabhängenden Zweigen bilden die Süntelbuchen zeltähnliche, halbkugel- oder pilzförmige Kronen aus. Die Wuchsform ist erblich, ihre Entstehung jedoch noch ungeklärt. 

Großenwieden – Weserfähre, Kastanienhof und Kirche St. Matthaei

Die Weserfähre Großenwieden verbindet die Hess. Oldendorfer Ortsteile Großenwieden und Rumbeck miteinander. Bei der nördlichsten Hochseilfähre auf der Weser handelt es sich um eine Gierseilfähre mit Schottelnavigator als Antriebshilfe. Die heutige Fähre ist nicht nur eine touristische Attraktion für Radfahrer, die den Radfernweg Weser befahren, sondern bringt damals wie heute die Landwirte zu ihren Feldern auf der anderen Weserseite.

Nur einen Steinwurf von der Weserfähre entfernt, befindet sich der Kastanienhof mit seinem schönen Biergarten. Einkehr ist empfehlenswert.

Die Kirche St. Matthaei zu Großenwieden findet 1031 erste Erwähnung. Der vorhandene Bruchsteinbau ist wahrscheinlich in seinen Hauptteilen aus dem späten 13. Jahrhundert. Die Kirche zeichnet sich durch außergewöhnliche Kunstwerke aus: Tabernakel aus dem Jahre 1300 (später zum Fenster umfunktioniert) und Gotische Fresken aus dem Jahre 1488 (Entdeckung und Freilegung 1927/28).