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Magisches Sinai (Autor: Natalie Au )

Vor einigen Jahren war ich auf dem Weg in den Sinai. Mein Wunsch war diesmal nicht, im Wasser zu schnorcheln, sondern es zog mich in die Berge unweit der Wüste. Mein Zielort für dort war einer der kleinen Gärten der Beduinen, um von dort aus Tageswanderungen und leichtere Klettertouren zu unternehmen.

Alles hatte angefangen mit dem Wunsch, die Stille der Wüste kennenzulernen. Von diesem Wunsch bis zur Umsetzung dauerte es dann noch eine ganze Weile. In der ersten Zeit sammelte ich alle Informationen, die ich brauchte für eine sinnvolle Vorbereitung meines Vorhabens. Mein bisheriges Sortiment wurde um ein Moskitonetz erweitert und auch eine kleine Mini-Taschenlampe sollte nicht fehlen. Auf dem Hamburger Flughafen musste ich dann allerdings alles deswegen auspacken, bei der Durchleuchtung hatte die Taschenlampe Aufsehen erregt, wurde eingehend inspiziert und für harmlos befunden.

Angekommen auf dem Flughafen von Sharm El Sheikh, gab es Wartezeit im Schatten bis wir, ich und eine junge Frau, die auch in einem der Gärten wohnen würde zur gleichen Zeit, mit dem Jeep Richtung St. Kathrin am Katharinenberg fuhren. Es gab zahlreiche, auch bewaffnete, Kontrollposten auf dem Weg und abends angekommen erwartete mich ein typisches Mahl nach Beduinenart, Tomate, Salat, Reis, Linsen, Tee und etwas Gebäck. Am nächsten Morgen wurden Vorräte für die kommenden 2 Wochen, bzw. 12 Tage eingekauft und mit einer kleinen Kamelkarawane machten wir uns auf den Weg in die Berge des südlichen Sinais auf.

Es gab viel zu sehen, aber vor allem die ungewohnten Pfade erforderten anfangs noch sehr meine Aufmerksamkeit. Nachmittags sind wir dann am ersten Garten angekommen, in dem meine Mitreisende die nächste Zeit wohnen würde. Mein Garten lag noch ein Stück weiter und  es gab im Juni die ersten Aprikosen, frisch vom Baum. Die Nächte verbrachte ich mit Moskitonetz, Schlafsack und Isomatte unter einem unendlich freien Sternenhimmel. In jedem Garten gab es auch ein kleines Häuschen und dort war genug Platz, um die Wasservorräte zu lagern und auch mein Rucksack fand dort einen guten schattigen Platz. Vor dem Häuschen spendete die überdachte Terrasse tagsüber, vor allem Mittags, Schatten und jeden Morgen nahm ich dort mein Frühstück zu mir, während ich auf der Mauer saß, und dabei den Rücken an eine der Steinsäulen anlehnte, den Blick über die Berge gleiten ließ und die Ruhe genoss.

Am ersten Tag unternahmen wir alle zusammen, ich, meine Mitreisende, und einer der Beduinen einen langen Tagesmarsch und bekamen unsere „Nachbarschaft“ gezeigt. Die , Steinmännchen hatten (und haben) hier eine absolut wichtige Aufgabe, da die Wege zum Teil nur zu erahnen waren.

Sinai


Wir verbrachten mittags ausgiebige Pausen, die Luft flimmerte im Juni und ich lernte, dass dort die Beduinen auch mittags Tee tranken, trotz der Wärme. Die Beduinen mixten schwarzen Tee mit Pfefferminztee und taten noch ordentlich Zucker dazu. Anfangs skeptisch mache ich es heute auch noch ab und an genauso, nur mit weniger Zucker. In der bergigen kargen wüstenähnlichen Landschaft ist es ein gutes Getränk, der Mix erfrischt und kühlt innerlich ab. Auch die nächsten zwei Tage verbrachten wir noch mit geführten Erkundigungen und dann begann die nächste Etappe. Meine Mitreisende und ich, jede für sich, war auf eigene Faust tagsüber unterwegs. Wir wussten, wo in der Wüste unsere Wasservorräte versteckt waren, die Beduinen hatten dies extra gemacht, so dass wir nicht so viel Wasser mittragen mussten.

Schon bald hatte ich den Blick für die vielen kleinen und größeren Tiere. Angefangen bei den Eseln, die frei umher liefen und ich mich auch heute noch frage, wo diese Tiere genug Futter herbekamen über die kleinen Tiere, die zu sehen waren.

Esel im Sinai

Die Beduinengärten sind links und rechts von Bergen umgeben und ich nannte einen Berg, auf den ich jeden Morgen ging, meinen Hausberg. Von dort oben hatte ich einen großartigen weiten Blick über die Gegend und ich nutzte die Zeit, um dort zu meditieren. Etwas weiter entdeckte ich dort oben eine junge Fuchsfamilie und zuerst konnte ich beobachten, wie die Füchsin, die Jungtiere unter die Felsen, außer Sicht brachte. Dann, in den nächsten Tagen, durften die Jungen draußen herumspielen vor der Felsnische und die Füchsin hielt sich immer zwischen mir und ihren Jungen auf. Zuletzt durften die Jungen sich frei bewegen und die Füchsin lief auch umher. Aus der Ferne war ich nun keine Bedrohung mehr. Natürlich hatte ich mich den Tieren nicht weiter angenähert, sondern den Abstand respektvoll beibehalten.

Zum Ende stiegen wir noch auf einen höher gelegenen Berg und haben dort übernachtet. Von dort oben war der Blick frei auf die scheinbar unendlich beginnende Weite der Wüste, die ich schon aus dem Flugzeug beim Hinflug damals sehen konnte. Der Sternenhimmel schien noch klarer und dort oben war ich froh meinen doch recht warmen Schlafsack dabei gehabt zu haben.

In der Wüste gab es wenige bewohnte Beduinengärten, die Beduinen waren alle aus der Wüste in die Dörfer und nach St. Kathrin gezogen. Der Beduine erzählte, dass es früher viel mehr Wasser in der Wüste gab, die Gärten prachtvoller waren und es dort viel mehr Obst gab. Eine Frau sah ich mit Vollverschleierung. Die Menschen dort waren sehr gastfreundlich und so bekam ich auf meine Frage, wieso Sie das machte, es gäbe hier doch fast niemanden, der Sie sehen könnte, auch eine Auskunft. Sie erklärte mir, das es schlimmer sei, wenn Sie jemand sehen und Allah damit erzürnen würde, anstelle der Hitze.

Bäume in der Wüste

Etwas anderes wurde mir auch sehr deutlich bei meinen alleinigen Touren durch die Wüste. Es gab dort so schnell keine Hilfe, wenn etwas passierte und ich trainierte mir dort ein ganz anderes Bewusstsein für Gefahren und vor allem für meine Aufmerksamkeit an, als ich es von der Stadt her kannte. Jedes Mal am Tag musste ich erneut überlegen und prüfen, ob mein Wasser reichte für diese oder jene Etappe, ob ich mich an den Weg erinnern würde und ich mir dies körperlich zutrauen konnte unter den dortigen Umweltbedingungen. 

Dann, die Zeit verging sehr schnell, vor allem die zweite Woche, wanderten wir wieder nach St. Kathrin zurück und übernachteten dort auch wieder eine Nacht. Im Vergleich zum Hinweg war der Rückweg sehr viel einfacher - obwohl es die gleiche Strecke war.

Wir hatten uns an unserem letzten Tag für die Besichtigung des Katharienklosters, das am Fuße des Mosesberges liegt, anstatt der Besteigung des Berges entschieden und die Ikonensammlung im Kloster war wunderbar anzusehen. Es gibt dort nach der Sammlung des Vatikans die größte Bibliothek an alten Originalschriften, die zum Teil öffentlich einsehbar waren.

Heute und auch schon in den Jahren davor warnt das Auswärtige Amt (AA) vor Reisen in die Region und es ist jedermann gut beraten sich vorab zu informieren.

 

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