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Die wilde Mani - Schluchten, Esel und Agias

von Viktoria Häberlein

Tipps

Mani, der mittlere Finger des Peloponnes in Griechenland, ist eine wilde und sehr schöne Halbinsel. Und so einsam ein Landstrich auch sein mag, was es auf jeden Fall immer gibt, ist eine Agia - eine Kirche. Mag sie noch so klein sein, noch so weit oben - hinter jeder Ecke lauert mindestens eine kleine Kapelle. Den Glauben sollte man hier auch nicht verlieren, denn die Architektur der Wohnhäuser und Dörfer zeugt von kämpferischen Zeiten. Wie kleine Wehrtürme sehen die Häuser aus. Die Fehden zwischen Familien und Dörfern, so sagt die Geschichte, dauerten mitunter über Jahrzehnte an. Nun sind die Zeiten ruhiger geworden, friedlich werden im Winter Oliven geerntet, das Geräusch der Astschrupper zum Ernten ist allgegenwärtig, genauso der Duft der jeweils nahegelegenen Olivenölpressen.

Im Januar waren wir für zwei Wochen die Mani erkunden: Ein Ausflug zum Leuchtturm, eine Schluchtwanderung und viele weitere kleine Entdeckungen machten uns dieses Fleckchen Erde zu einem sehr liebenswürdigen. Der Winter ist Nebensaison, viele Restaurants haben geschlossen und es ist eine gute Zeit, die Halbinsel wandernd zu entdecken. Ein sehr schöner kleiner Ausflug ist das Erwandern des südlichsten Punktes der Halbinsel, zum Tainaron-Leuchtturm. Der weite Ausblick ist fantastisch und bietet einen wunderschönen Blick über das Mittelmeer.

Eine spektakuläre Tageswanderung war eine Runde entlang der Viros-Schlucht bei Kardamili. Von Tseria aus starteten wir Richtung Schlucht und liefen mit Blick auf den höchsten Berg der Mani, den Profitis Ilias (2407 m). Der Weg kreuzte nach einer Weile die Schlucht und führte weiter in das Dörfchen Choa, Richtung Agia Sophia. Dort war der perfekte Ort für ein ausgedehntes Päuschen, bevor es wieder in die Schlucht hinunterging und auf der gegenüberliegenden Seite zu unserem Stadtpunkt in Tseria. Die Runde ist durch die vielen Höhenmeter körperlich fordernd, aber gut machbar und beschert spektakuläre Ausblicke.

Weitere wunderschöne kleine Ausflüge machten wir entlang der Bucht von Kotronas sowie von dort aus hinauf zum hoch gelegenen Kloster, nach der Ortschaft Gonea. Ein Besuch der Ruinen von Kastro Tigani und der Abstieg auf die kleine Halbinsel, um sie zu erreichen, sowie eine Strandwanderung entlang des nördlich von Gythio gelegenen Schiffwracks Dimitrios waren weitere Höhepunkte dieser schönen Reise.

Die Ruhe, Wildheit und wunderschöne, abwechslungsreich Natur von Mani machen den Abschied nach zwei Wochen durchaus etwas wehmütig. Schnell konnten wir uns in den gelassenen Beat der Region einleben, der für einen Urlaub geradezu perfekt erscheint.

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