schließen
NONE
Camping in Slowenien (Autor: Julia Seekamp)

Das Mittelmeer und die Hauptstadt
Im August 2017 ging es für mich und meinen Freund auf Campingurlaub nach Slowenien. Obwohl wir einen Aktivurlaub planten, war daran die erste Woche nicht zu denken: die Hitzewelle in Südeuropa mit teilweise über 35 Grad brachte uns zunächst dazu, an die slowenische Mittelmeerküste zu fahren. In dem kleinen Hafenörtchen Izola bauten wir das erste Mal unser Zelt auf - und das unter Olivenbäumen und mit wunderschönem Blick auf das Meer und den Hafen.

Aufgrund der großen Hitze fuhren wir täglich an unterschiedliche Strände z. B. in Portoroz oder in den Strunjan Naturpark. Wobei in Slowenien nur selten ein Sandstrand zu sehen ist. Vielmehr liegt man meistens auf Grünflächen, die durch eine Promenade vom Wasser getrennt sind. Das Wasser war herrlich erfrischend. Sloweniens Mittelmeerküste (Adria) erstreckt sich über fast 50 km und grenzt an Italien im Norden und an Kroatien im Süden. Ich hätte nicht gedacht, dass Slowenien tatsächlich mediterranes Feeling verbreiten kann, aber es war absolut so.

Nicht weit von Izola entfernt liegt Piran. Eine niedliche kleine, aber nicht verschlafene Hafenstadt, die zum Bummeln und Verweilen einlädt. Hier haben wir an einem Abend das für uns bisher unglaublichste Gewitter erlebt: es blitzte und donnerte weit drüben über dem Meer und mit uns bewunderten viele weitere Menschen das Spektakel. Ich war dem Irrtum unterlegen, dass das Gewitter nicht bei uns ankommen würde und so wurden wir dann doch überrascht und noch klitschnass bevor wir wieder an unserem Zelt ankamen.

Mit dem Zelt durch Slowenien


Das absolute Highlight unserer Zeit an der Küste war die Wanderung zur sogenannten Moon Bay. Wir starteten in einem Strandbad in Strunjan und tasteten uns immer direkt an den sogenannten Flyschklippen entlang. Wir gelangten an eine Stelle, an der es schien, als ob es nicht mehr weitergehe. Doch wir wateten durch das Wasser und arbeiteten uns weiter vor, von Bucht zu Bucht. Hier sieht man hin und wieder noch einige Einheimische; Touristen sind hier nur wenige. Wir gingen die Moon Bay entlang und fanden eine wunderschöne kleine Bucht in der wir absolut alleine und ungestört waren. Für den Rückweg führte ein Wanderweg die Klippen hinauf und so hatten wir von den teilweise 100 Meter hohen Klippen einen wunderschönen Ausblick über die Bucht und das Meer. Zurück ging es für uns dann über Olivenhaine, durch einen kleinen Wald und sogar ein Stück über den Europäischen Wanderweg E6, wie wir am Ende feststellten.

Strunjan


Wir verließen die Mittelmeerküste nach ein paar Tagen, um in die Berge zu fahren und unseren Aktivurlaub zu starten. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen Zwischenstopp in Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens. Auch wenn ich kein riesen Städtefan bin, hat mich Ljubljana aber doch fasziniert. Eine wirklich schöne Stadt - vor allem aus architektonischer Sicht. Wir spazierten durch die Altstadt und durch die kleinen Gassen hinauf zum Schlossberg. Die Aussicht über die Stadt ist dort sehr schön.

Der Ausblick vom Schlossberg


Die Berge
In den Julischen Alpen (wie die Slowenischen Alpen heißen) angekommen, entschieden wir uns, unser nächstes Camp am See Bohinj aufzuschlagen, da es hier im Gegensatz zum See Bled sehr viel weniger touristisch sein sollte - und es stimmte. Wir waren mit unserer Auswahl sehr zufrieden. Am ersten Tag in den Bergen ließen wir es langsam angehen und machten die Wanderung um den Bohinj See, welche ca. 3 Stunden dauert. Dies ist eine sehr leichte Tour. Leider kamen wir zum Schluss noch in ein ordentliches Gewitter und wurden wieder einmal komplett nass.

Als nächstes wollten wir von Stara Fuzina vorbei an der Teufelsbrücke durch die Mostnica-Schlucht bis zu einem 21 m hohen Wasserfall wandern. Dies gelang uns leider erst im zweiten Anlauf, da wir uns irgendwann für eine falsche Abzweigung entschieden und verrückt steile Steinwege hochkraxelten. Wir bemerkten unseren Irrtum erst, als uns ein irritierter Mountainbiker entgegenkam und wir uns generell wunderten, dass wir sonst niemandem auf der doch eigentlich so beliebten Strecke begegneten. Die slowenischen Wanderwege sind sehr gut ausgebaut und beschildert. Wir waren schlichtweg auf der falschen Route. Als wir es dann doch schafften, den richtigen Weg zu finden, führte er uns durch einen Märchenwald, immer direkt an der Schlucht entlang bis zu dem schönen Mostnica-Wasserfall.

Die nächsten Tage wollten wir hoch hinaus und so wanderten wir zum ersten Mal auf den Gipfel eines Berges: absolute Suchtgefahr! Das Gefühl oben auf einem Berg zu stehen ist unbeschreiblich.

Unser erster Gipfel sollte der des Vogels (ausgesprochen: Wogel) werden. Wir fuhren direkt vom See Bohinj mit der Seilbahn, die im Winter für Skisportler genutzt wird, ein Stück den Berg hinauf. Von hier starteten wir die vier-stündige Wanderung über Alpenwiesen und vorbei an Ziegenherden bis hinauf auf 1922 m. Vom Gipfel des Vogels konnten wir tatsächlich in der Ferne das Mittelmeer sehen.

Vogel


Begeistert von dem unglaublichen Gefühl, welches einem die Besteigung eines Gipfels bringen kann, versuchten wir uns an dem nächsten Berg. Dieses Mal wurde es der Viševnik. Die Wanderung begannen wir nach einer ausgedehnten Serpentinenfahrt von Rudno polje aus. Auf dem Gipfel mit 2050 m trafen wir einen deutschen Sportler und seine drei Sennenhunde, die mit ihm schon diverse Berge erklommen haben.

Im Anschluss fuhren wir unseren dritten und letzten Campingplatz in Kranjska Gora an. Kranjska Gora ist in unmittelbarer Nähe zur österreichischen Grenze gelegen. Eine wiederrum sehr imposante Serpentinenfahrt führte uns auf den Vrši-Pass. Auf 1611 m starteten wir eine weitere kleinere, aber sehr aussichtsreiche Wanderung zum Gipfel des Slemenova špica auf 1909 m. Die Bergwiese unterhalb des Gipfels lädt zum Verweilen ein, war allerdings komplett übersät mit Grashüpfern, bei denen wir Angst hatten, auf sie zu treten. Der Rückweg führt an der imposanten Steilwand des Mala Mojstrovka vorbei. Die Wanderung dieses Gipfels ist schwer und nicht ganz ungefährlich und so sparen wir uns diesen Gipfel für einen weiteren Besuch Sloweniens auf und kommen wieder, wenn die Wandererfahrung größer ist.  

Auf einer Art Balkon auf dem Stol


Unsere letzte Tageswanderung war auch zugleich unsere längste und schwerste bis dato. Für den Aufstieg auf den Stol mussten wir 1100 Höhenmeter überwinden. Der Stol hat seinen Gipfel in einer Höhe von 2236 m und ist auch von der österreichischen Seite aus zu erreichen. Als wir oben ankamen, war der Gipfel wolkenbehangen, was zwar keinen Ausblick von ganz oben zu lies, aber doch sehr beeindruckend war. Auf dem Rückweg erreichte uns leider erneut ein ordentliches Gewitter, was unsere Stimmung aber nicht mindern konnte.

Alles in allem war Slowenien ein echter Geheimtipp. Die Vielfalt des Landes ist wirklich bemerkenswert. Wir konnten Mittelmeer- und Aktivurlaub prima miteinander verbinden. Slowenien ist ein traumhaftes Land, von dem ich leider vor unserer Reise im Grunde nichts wusste. Umso schöner ist es, diese Erfahrung gemacht zu haben.
Zum Seitenanfang

Unterwegs ist eine Firmengruppe von Outdoor-Fachgeschäften, die ihren Ursprung 1987 in Wilhelmshaven hat. Zunächst als reines Einzelhandelsgeschäft gegründet, führte das auf Service, Qualität, Fairness und Vielfalt fußende Angebot zum schnellen Wachstum.