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Camping im Périgord/Dordogne (Autor: Peter Neuhaus)

Mit meiner Familie dort Campingurlaub zu machen, wo ich selbst als Kind mit meinen Eltern einen Campingurlaub verbrachte - an der Dordogne im Périgord - reizte mich schon länger. In diesem Jahr sollte es nun klappen. So machten wir uns als Familie (mit zwei Kindern, 9 und 11 Jahre) Mitte August auf, diese Region Frankreichs zu erkunden.Die Anreise gelang über gut ausgebaute, oftmals vierspurige Nationalstraßen, auch ohne hohe Autobahngebühren zu zahlen. Auch zeitlich brauchten wir mit dem Wohnwagen so nicht viel länger und erreichten nach zwei Fahrtagen den Oberlauf der Dordogne und wählten einen Campingplatz in der Nähe von Argentat direkt an der Dordogne als Stützpunkt für unsere ersten Ausflüge.Im Nachhinein erwies sich dieser als nicht ganz ideal, da die meisten Ziele weiter flussabwärts lagen und es auf den schmalen Straßen entlang des Flusses ziemlich lang dauerte, dorthin zu kommen, da die Dordogne sich in dieser Region in unzähligen Schleifen durchs Tal windet. Auf der anderen Seite lädt sie zum Verweilen am Ufer, zum Baden oder zum Kajak fahren ein.

Dordogne


Campingplätze gibt es übrigens zahlreich - wie überall in Frankreich - von einfach bis luxuriös ausgestattet. Wir bevorzugten eher die besser ausgestatteten, da das Freizeitangebot für die Kinder dort größer ist, was maßgeblich zum Gelingen des Urlaubes beitrug. Auch wir genossen an den "Ruhetagen" das Schwimmbad, Tischtennisplatten, Minigolf u. v. m.

Rocamadour
Von unserem ersten Standort aus besuchten wir die Felsenstadt Rocamadour. Der Ort fasziniert durch die Lage und die Bauweise der Häuser, die scheinbar an den Hang "geklebt" wurden. Faszinierend, wie ohne großartige Maschinen die Kirche und Häuser dorthin gebaut werden konnten. Und da es nicht nur mir so erging, zieht der Ort jährlich tausende von Touristen und Pilgern an. Auch wir erklommen an diesem Tag bei mehr als 30° C mit vielen anderen Tapferen die mehr als 300 Stufen zur Kirche und wurden von einem Team der dortigen Pfarrei mit kostenlosem Wasser versorgt – vielen Dank!

Rocamadour

Gouffre de Padirac
Nicht weit von Rocamadour entfernt liegt die größte und wohl berühmteste Tropfsteinhöhle Frankreichs, die Gouffre de Padirac. Ich wusste von früher, dass diese nicht nur ein sehr beeindruckendes, sondern auch ein beliebtes Touristenziel ist. Die Massen an Menschen, die wir dort sahen, als wir ankamen und 5 Stunden Wartezeit, bis es Plätze in einer Führung gab, überraschten mich dann doch unangenehm. Deshalb aus leidiger Erfahrung mein Tipp: Es ist sinnvoll, die Tickets für die Höhle vorab im Internet zu buchen. Genau das taten wir am Abend dann auch für den übernächsten Tag und konnten dann ganz entspannt die beeindruckende Führung in 100 Metern Tiefe zu Fuß und per Boot durch die Höhle genießen. Im Gegensatz zu früher kann man heute in seinem eigenen Tempo - ausgestattet mit einem Audioguide in deutscher Sprache - die Höhle besichtigen. Es war wieder ein einmaliges Erlebnis - auch für unsere Kinder.

Gouffre de Padirac


Dordogne und Sarlat
Auf unseren Ausflügen durch das Dordognetal boten sich immer wieder beeindruckende Panoramen auf den Fluss selbst und die Schlösser und Orte an seinen Ufern. Halt machten wir in der Bastide Domme, mit seiner einmaligen Lage auf einem Felsen oberhalb der Dordogne, sowie in den Örtchen Beynac und La Roque-Gageac, die sich vom Fluss aus die Felsen hinaufzogen und man von oben wieder einen tollen Blick auf das Dordognetal hatte. Auch dem berühmten Ort Sarlat statteten wir einen Besuch ab. Wie schon damals besichtigten wir es am Abend und genossen das besondere Flair, das die Straßenkünstler und vielen Besucher den Gassen und Plätzen dieser mittelalterlichen Stadt verliehen.

Sarlat

Lascaux
Eine Höhle der ganz anderen Art - aber nicht weniger beeindruckend - besichtigten wir einige Tage später: Lascaux - die wohl berühmteste Höhle der Welt mit Felsmalereien. Auch hier sollte man die Tickets für eine Führung vorab im Internet buchen, da sie gerade in der Hauptsaison weit im Voraus ausgebucht sind. Und das obwohl es alle 6 (!) Minuten eine Führung gibt. In der Hauptsaison werden auch täglich Führungen auf Deutsch angeboten. Eine solche buchten wir.

Museum Lascaux

Ende 2016 wurde das neue Museum Lascaux Centre International eröffnet, in dem die Originalhöhle komplett nachgebaut wurde, da diese zum Schutz der wertvollen Malereien für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist. Die Reproduktion ist so perfekt, dass sie sich nicht vom Original unterscheidet. Im Anschluss an die Führung durch die Höhle werden auf interaktive Weise die Malereien und ihre Entstehung anschaulich und altersgerecht auch in deutscher Sprache erläutert. Unsere Kinder und auch wir selbst waren begeistert und verbrachten insgesamt 3 Stunden im Museum. In dieser Region gibt es noch viele weitere Höhlen, die man hätte besichtigen können. Teilweise werden nur wenige Besucher pro Tag hineingelassen und man sollte sich frühzeitig informieren und buchen. Wir beließen es bei der Besichtigung von Lascaux, da wir fanden, dass wir einen guten Einblick in die Urgeschichte der Menschen und die Kunst der Höhlenmalerei bekommen hatten.

Vézère
Nach dem Eintauchen in die frühzeitliche Geschichte unternahmen wir am nächsten Tag eine Kajaktour auf der Vézère, die sich gemütlich durch beeindruckende Felsformationen schlängelt. Diese Touren werden - wie an der Dordogne auch - von einer Vielzahl von Anbietern in unterschiedlicher Länge und von verschiedenen Ausgangspunkten angeboten. Wir wählten eine mittellange Strecke (17 km - ca. 5 Std.), die mit Kindern gut zu bewältigen war. Aufgrund des wenigen Wassers im Sommer war die Fließgeschwindigkeit sehr gering, was auf Dauer etwas kräftezehrend war, uns allen aber sehr gut gefiel.

Vézère

Roque Saint-Christophe
Auf unserer Tour kamen wir an zahlreichen Schlössern und Felswänden vorbei – u. a. auch an Roque Saint-Christophe, einem Dorf in einer Felswand, in dem im Mittelalter mehr als 1000 Menschen lebten. Wir besichtigen dieses anderntags. Sehr anschaulich wurde dort dargestellt, wie das Leben damals in diesem Dorf in der Felswand aussah. Mehr als einmal schauten wir während der Besichtigung ungläubig drein.Das Resümee, das wir als Familie über die Zeit im Périgord zogen, war durchweg positiv und es war sicher nicht der letzte Urlaub dort. Wie in meiner Kindheit auch, fuhren wir in der letzten Woche unseres Urlaubes noch an den Atlantik bei Lacanau und ließen unsere Ferien beim Baden im Meer und Radfahren in den Pinienwäldern ausklingen.
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