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Auf den Kilimanjaro als alleinreisende Frau

von Michelle Wert

Tipps

Aufgrund eines Jobwechsels habe ich relativ spontan einen Monat frei. Ich bin schon mehrmals alleine vereist, dieses Mal soll es etwas extremer werden. Ziemlich spontan und ohne lange drüber nachzudenken entscheide ich nach Tansania zu fliegen und den Kilimanjaro zu besteigen. Es ist nicht die erste Fernreise aber das erste Mal in Afrika. Im Internet finde ich zig Angebote von verschiedenen Expeditionen auf verschiedenen Roten, von 1200 bis 3500 Euro ist alles dabei. 

Online finde ich relativ günstige Angebote. Da ich im ziemlichen Flachland lebe entscheide ich mich für die 7-Tages Tour auf der Lemosho Route von Enosa Expedition. Die hat aufgrund der Länge die höchste Gipfelwahrscheinlichkeit und soll landschaftlich die schönste sein. Max. 10 Personen Gruppengröße; Super, denke ich, dann bin ich in einer Gruppe unterwegs und nicht allein. Inklusive ist der Transfer zum und vom Flughafen, Gebühren für den Eintritt in den Nationalpark Kilimanjaro, eine Gruppe aus Guides, Trägern und Koch, die Verpflegung auf der Route, ein 4-Jahreszeiten Zelt und natürlich der Trek selbst.

Außerdem gibt es eine ausführliche Packliste. Das meiste ist Wanderausrüstung wie gute Wanderschuhe und -socken, eine Zip-off Hose, eine Fleece Jacke etc.. Ein paar Dinge kaufe ich dazu, darunter ein Camelbak bzw. eine Trinkblase, ein Schlafsack Inlay, eine Stirnlampe und ein Regencape.

In einigen Blogs lese ich, dass es nachts ziemlich kalt werden wird, bis zu -10 °C. Mein Schlafsack hat einen Komfortbereich bis -1 °C, naiv hoffe ich einfach, dass der reicht. Ansonsten ziehe ich einfach mehr Klamotten an, denke ich mir.

Ein paar Tage vor Abflug erfahre ich, dass ich alleine in der Gruppe bin. Mist, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich gehe also in einem fremden Land alleine mit einer Gruppe fremder Männer für 7 Tage in den Wald. Kurz überlege ich tatsächlich einen Rückzieher zu machen. Aber irgendwie verdränge ich die Angst und dann sitze ich auch schon im Flieger.

Am Kilimanjaro International Airport werde ich von James, meinem Guide, und einem Fahrer abgeholt. Auf der Fahrt nach Moshi gehen meine Gedanken mit mir durch, ich bin alleine als kleine Frau in einem fremden Land und mal eben in ein fremdes Auto gestiegen. Theoretisch können mich die beiden überall hinbringen oder sonst was mit mir machen. Ich habe echt Angst aber irgendwie bekomme ich es hin zumindest äußerlich ruhig zu bleiben. Wie versprochen setzen mich die beiden aber natürlich in meinem Hotel in Moshi ab.

Am nächsten Tag werde ich um 9 Uhr morgens von dem Chef der Organisation Noel abgeholt. Ein wirklich sehr gut beleibter Mann mit einem freundlichen Gesicht. Wir fahren als erstes zum Office, ein kleines Haus außerhalb der Stadt. Dort angekommen warten 12-15 Männer vor dem Haus und schauen mich neugierig und erwartungsvoll an. In dem Moment wird mir klar was ich hier eigentlich mache und ich würde am liebsten weg rennen. Irgendwie funktioniert mein Körper trotzdem weiter. Ich folge Noel ins Haus und mein Puls ist bestimmt bei 180. „Ich bin gerade das leichteste Opfer der Welt“ schießt es mir durch den Kopf. Drinnen fragt mich Noel als Smalltalk und aus Höflichkeit wie es mir geht. Ich antworte mit „Nervös“ und beschließe ihm zu sagen, dass ich Angst habe. „Oh wegen Covid?“ fragt er. Ich muss lachen, weil mir klar wird, dass diese panische Angst tatsächlich nur in meinem Kopf ist. Ich erkläre ihm, dass ich davon ausging in einer größeren Gruppe zu sein und alleine als Frau mir Sorgen mache. Noel reagiert sehr verständnisvoll, einfühlsam und ruhig. Tatsächlich lässt meine Angst etwas nach. 

Draußen treffe ich James, meinen Guide, den ich schon kenne und lerne die anderen Träger kennen. Alle sind sehr lieb, zurückhaltend und höflich. Auf der Fahrt zum Eingang des Nationalparks begegnen wir immer mehr Expeditionen und ich beruhige mich langsam. Dort angekommen treffen wir mindestens 30 andere Leute die die gleiche Route nehmen. Ich bekomme ein Mittagessen während die Träger das Gepäck aufeinander aufteilen damit jeder maximal 20 kg trägt. 10 kg auf dem Rücken und 10 kg auf dem Kopf wohlgemerkt, ich habe jetzt schon den größten Respekt vor ihnen. 

Und dann geht’s, in einer Reihe hintereinander mit anderen Gruppen. Wir gehen recht langsam aber durch den Anstieg kommt man trotzdem ins Schwitzen und ich bin schon jetzt dankbar über meine praktische Trinkblase. Den ganzen Weg über sind vor und hinter und immer andere Wanderer und so lässt auch langsam meine Angst nach.

Wir erreichen, Lager Mkubwa nach ca. 4h. Lager Mkubwa liegt auf einer Höhe von 2700 m im Regenwald. Es ist riesig, mit unzähligen Zelten und eine kleine Hütte mit ein paar Plumpsklos, in denen ich fast ohnmächtig werde von dem Geruch.

Mein „Kellner“ (Ja, ich hatte einen Kellner) bringt mir eine Schüssel heißes Wasser und Seife zum Waschen. Alles kann man damit natürlich nicht waschen aber ich habe einen kleinen Waschlappen dabei und so geht’s. Außerdem Baby-Feuchttücher und Babypuder, das lässt sich perfekt als Trockenshampoo zweckentfremden und absorbiert auch etwas den Geruch in vollgeschwitzten Sportklamotten

Es gibt zuerst Tee, Kaffee oder Kakao und etwas Popcorn. Um 19 Uhr gibt’s dann Abendessen: Suppe und gebratener Reis mit Gemüse. 

Nach dem Abendessen kommt James kurz vorbei um den nächsten Tag zu besprechen. Außerdem fragt er ob ich genug Appetit hatte und ob gesundheitlich (Kopfschmerzen, Muskeln, Gelenke) alles ok ist. Um 20 Uhr ist es schon stockdunkel und gegen 22 Uhr sind auch keine Stimmen mehr zu hören. Die erste Nacht ist noch relativ warm, ich schlafe mit Leggings, Langarmshirt und Inlay im Schlafsack.

Um 6.30 werde ich geweckt. Ich bekomme wieder eine Schüssel heißes Wasser und Seife zum Waschen und dann gibt’s Frühstück: Erst Porridge und dann Toast, EI, Würstchen und Mango. 

Dann geht’s weiter. Das nächste Camp, Shira I, ist 10 km entfernt und liegt auf 3550 m Höhe. So langsam ändert sich die Landschaft. Aus dem Regenwald mit hohen Palmen, dichtem Gestrüpp und Lianen wird Moorland mit niedrigeren Bäume und lichten Sträucher. Es wird kühler und auch der Weg wird unebener und steiniger. Jetzt zahlen sich die Wanderschuhe mit hohem Schaft und der Zwiebellook aus T-Shirt, Fleecejacke und leichter Windjacke aus.

Auch auf dieser Strecke sind ein paar hundert Meter vor und hinter uns immer andere Gruppen, man ist also wirklich nie allein. In Shira I gibt’s Mittagessen und nach einer kurzen Pause geht’s weitere 7 km zu Shira II auf 3800 m, wo wir wieder übernachten. 

Von hier sieht man schon die schneebedeckte Spitze vom Kilimanjaro. Er wirkt so nah und absolut majestätisch. Auch die Aussicht ist toll und man realisiert wie hoch man eigentlich schon ist. Im Hintergrund donnert ein Gewitter aber der Sonnenuntergang ist wunderschön.

Die Nacht ist kalt, aber mit einer weiteren Schicht Klamotten und dem Schlafsack Inlay geht’s. 

Tag 3 ist ein Akklimatisierungstag. Wir starten wieder morgens und wandern bis zum so genannten Lava Tower, eine coole Felsformation auf 4600 m. Mein Handy-Akku ist mittlerweile leer und meine vermeintliche mit Sonnenenergie aufladbare Powerbank macht leider nicht mehr mit. Hier merkt man die Höhe schon sehr. Es ist anstrengender obwohl der Weg nicht wirklich steil ist und ich bekomme Kopfschmerzen. 

Am Lava Tower essen wir unser eingepacktes Mittagessen und gehen direkt wieder runter auf 3950 m ins Barranco Camp um dort zu schlafen. Tatsächlich finde ich den Weg runter fast so anstrengend wie bergauf, meine Oberschenkel lassen mich das deutlich spüren. 

Das Barranco Camp ist riesig, hier treffen mehrere Routen aufeinander. Mindestens 300 Zelte, die alle mehr oder weniger gleich aussehen sind in dieser Talsenke verteilt. BILD 7- Zelte im Barranco Camp

Im Barranco Camp treffe ich Alex wieder, einen Deutschen, den ich im Hotel kennengelernt habe. Er macht die Marangu Route in 5 Tagen. Ihm geht es gar nicht gut, er bekommt die Höhe noch mehr zu spüren und muss sich übergeben. Ich leihe mir seine Powerbank um mein Handy wenigstens kurz zu laden und verspreche sie ihm in einer Stunde wieder zu bringen. Eine Stunde später ist es bereits dunkel und ich mache mich mit Stirnlampe auf zu seinem Zelt. Es sind nur 200 m Entfernung aber ich verlaufe mich komplett und finde weder sein Zelt noch zurück zu meinem. Nach einer halben Stunde fange ich langsam an zu verzweifeln. Bis ich plötzlich durch Zufall und wie durch ein Wunder Alex Guide an seiner auffälligen Jacke erkenne. Er zeigt mir den Weg zu Alex Zelt (ich war komplett woanders). Von dort meine ich den Weg zu meinem Zelt zu finden. Falsch gedacht, ich verlaufe mich erneut. Da ich wirklich überhaupt keine Orientierung habe und immer weniger Menschen draußen zu sehen sind spreche ich den nächsten Guide an und bitte ihn um Hilfe. Der Mann ist total hilfsbereit und mit meiner wagen Angabe „Orangefarbenes Zelt von Enosa Expeditions zwischen zwei Toilettenhäuschen“ (Ein Drittel der Zelte hier ist orange) finden wir es schließlich. Ich bin dankbar, erleichtert und schlafe nach der Aufregung sofort ein. 

Am nächsten Tag geht’s weiter ins Karanga Camp. Wir klettern die Barranco Wall hoch, eine 257 m hohe Steilwand. Wirklich ernsthaft klettern muss man hier nicht aber die Arme kommen trotzdem ganz gut zum Einsatz. Auf der anderen Seite geht's wieder ein ganzes Stück bergab, durch das Karanga Tal und dann nochmal ein paar hundert Meter steil bergauf, bis wir schließlich nach 3 h auf 4.035 m das Karanga Camp erreichen. Trotz der relativ kurzen Wanderung bin ich echt kaputt und meine Beine tun weh. Da der Kilimanjaro ein freistehender Berg ist kann man von hier sogar ganz unten Moshi in der Dunkelheit glitzern sehen.

Die Nacht im Karanga Camp ist richtig kalt. Ich trage fast alle meine Klamotten, eine Mütze und Handschuhe und friere trotzdem. Das heiße Teewasser vom Abendessen habe ich in meine Trinkflasche gefüllt und benutze die jetzt als Wärmflasche.

Am nächsten Morgen liegt Eis auf dem Zelt und meine Socken, die ich zum Trocknen aufs Zeltdach gelegt und dann vergessen habe, sind steinhart gefroren. Eine heiße Tasse Tee mit Ausblick auf den wunderschönen schneebedeckten Gipfel lässt alle Sorgen aber wieder schnell vergessen. 

James schimpft mit mir, weil ich seiner Meinung nach zu wenig esse. Wir diskutieren wie jeden Morgen um den letzten Bissen den ich ihm zuliebe letztendlich doch noch in mich hineinstopfe. Generell achtet James sehr auf mich. Er fragt immer wie es mir geht, ob das Tempo ok ist, ob ich noch Appetit oder Kopfschmerzen habe. 

Auch die Träger meiner Truppe sind unwahrscheinlich herzlich. Bei jeder Etappe gratulieren sie mir und freuen sich, wenn wir uns auf dem Weg treffen. Die Träger sind deutlich schneller unterwegs sodass ich immer nur mit James gehe. Und obwohl er selbst einen 20kg Rucksack trägt, lässt er es sich nicht nehmen meine Jacke und Trinkflasche zu tragen seit ich meine Rückenschmerzen erwähnt habe. 

Vom Karanga Camp geht es schließlich ins Barafu Camp. Auf 4640 m gelegen ist es das höchste Camp und dient uns als Ausgangspunkt für die Gipfelnacht. Das Wetter schlägt hier extrem schnell um, jede vorbeiziehende Wolke hüllt einen in dichten kalten Nebel, der Wind ist kalt und die Höhe tut ihr übriges. Wir laufen jetzt extrem langsam auf schmalen Pfaden die alle Wanderer vor uns in den steinigen Schotter getreten haben. Meine Kopfschmerzen sind seit dem Karanga Camp nicht wirklich besser geworden und hier auf der Höhe merke ich sie noch mehr. Das Barafu Camp liegt zwischen zerklüfteten Felsen die etwas Schutz vor dem Wind bieten. Hier kommen wieder alle Routen zusammen und das Camp ist riesig.

Nach einem frühen Abendessen kommt James nochmal vorbei um mit mir die anstehende Gipfeltour zu besprechen. Insgesamt werden wir in 5-6 Stunden auf den Gipfel zum Stella Point auf 5756 m wandern. Aufgrund der Kälte können wir jede Stunde nur ca. 2 min Pause machen. Vom Stella Point geht es am Gipfelgrat noch eine Stunde weiter bis zum Uhuru Peak, dem höchsten Punkt auf 5895 m. 

Er vergewissert sich zudem erneut, dass meine Kopfschmerzen und Rückenschmerzen nicht allzu schlimm sind und bietet mir außerdem an meinen Rucksack zu tragen, falls er zu schwer wird für mich. Auf gar keinen Fall werde ich das in Anspruch nehmen.
Da der Weg im Dunkeln zur Toilette alleine zu gefährlich ist, rät mir James außerdem einfach hinter einen nahe gelegenen Felsen hinterm Zelt zu gehen falls ich nach Einbruch der Dunkelheit nochmal auf Klo muss. Nach meinem Erlebnis im Barranco Camp hatte ich das eh vor. 

Um 00:00 werde ich geweckt und wir ziehen sofort los. Mein Zelt und meine Sachen lasse ich im Camp bei den Trägern die bis zu unserer Rückkehr im Barafu Camp bleiben. Für den Gipfel brauche ich nur Wasser, meine Stirnlampe, ein paar Snacks, eine Kamera und zusätzliche Klamotten.

Vor uns sehe ich eine schmale nicht abbrechende Reihe aus kleinen Lichtpunkten die fast bis nach oben reichen und von den Stirnlampen der anderen Wanderer stammen.

Die ersten hundert Meter geht es durch große zerklüftete Felsbrocken relativ steil bergauf. Ähnlich wie bei der Barranco Wall müssen wir hier wieder etwas klettern. Nach einer halben Stunde bin ich schon so kaputt und weiß instinktiv, dass ich das keine weiteren fünf Stunden aushalten werde. Obwohl ich mich dafür schäme muss ich James - entgegen meiner Vorsätze - bitten mir mit meinem Rucksack zu helfen, was sich wie eine Niederlage anfühlt. Aber anders komme ich diesen Gipfel nicht hoch, das weiß ich. 

Jeder Schritt tut mittlerweile weh und kostet mich alle Kraft. Immer wieder kommen uns Wanderer entgegen die nicht mehr weiter konnten und umgedreht sind. Ein Teil von mir möchte auch runter gehen.

Es ist wahnsinnig kalt aber das ist mir egal. Ich bin so müde, dass ich mich am liebsten einfach direkt auf den Boden legen und schlafen möchte. Ich zweifle ernsthaft an mir. Und wenn ich es nach oben schaffe, schaffe ich es dann auch wieder runter? Alle 10 min bitte ich James um eine Pause und jedes Mal lobt und motiviert er mich und versichert mir, dass es nicht mehr weit ist. Der Schlauch von meinem Camelbak ist mittlerweile zugefroren aber ich habe auf James Rat hin zum Glück noch eine weitere Flasche mit Tee mit. Die müssen wir allerdings jedes Mal mühsam aus dem Rucksack holen und mit kalten Händen den festen Verschluss aufschrauben weswegen ich meistens darauf verzichte etwas zu trinken. Meine Kopfschmerzen sind mittlerweile immer schlimmer. Egal, weiter geht’s.

Ewig langsam aber stetig kommen wir voran und überholen sogar noch die meisten Gruppen die noch langsamer gehen als wir. Die Nacht ist wolkenlos und durch den Vollmond vor ein paar Tagen ist es sogar relativ hell. Schritt für Schritt kommen wir dem Gipfel immer näher. Einmal schaue ich auf und sehe wie sich die Umrisse von ein paar Wanderern am Rand des Kraters gegen das Mondlicht abzeichnen.

Das letzte Stück ist das Steilste und dann, endlich, stehen wir an Stella Point. Um 04:30 morgens, noch vor Sonnenaufgang.

 

Wir machen nur eine kurze Pause und gehen dann direkt weiter zum Uhuru Peak.

Eine Stunde später geht die Sonne auf und taucht den Himmel in leuchtendes rot, die Aussicht ist überwältigend und um uns herum liegt Gletschereis.

Vor Erschöpfung, Überwältigung und Stolz kommen mir die Tränen. Vor dem Uhuru Peak Schild steht eine kleine Menschentraube. Alle wollen ein Foto machen und dann schnell wieder runter. Irgendwie schafft es James mich dazwischen zu drängeln um schnell ein Foto zu machen.

Und dann treten wir endlich den Rückweg an. 

Drei Stunden dauert der Weg nach unten wobei wir halb schlitternd halb rutschend auf einer kürzeren, deutlich steileren Piste heruntergehen. Im Camp jubelt das ganze Team, gratuliert mir und freut sich für mich. Ich schlafe zwei Stunden, esse Mittag und dann packen wir zusammen und gehen weitere drei Stunden runter auf 3080 m ins Camp Mweka. 1700 kcal verbrannt, sagt meine Smartwatch. Ich lege mich hin und schlafe sofort ein.

Am nächsten gehen wir noch zwei Stunden, auf einer angenehmen breiten Straße, die letzten 10 km herunter. Unten verabschiede ich mich von meiner Truppe, bekomme eine Urkunde und dann bringt mich James zurück in mein Hotel. 

Meine Beine sind steinhart und ich komme nur mit Hilfe meiner Arme die Treppen hoch aber ich weiß, dass ich es geschafft hab. Mehr noch als den Gipfel geschafft zu haben bin ich stolz, weil ich meine Angst überwunden, über mich selbst hinausgewachsen und etwas Unglaubliches geschafft habe. Mit dem Gefühl alles schaffen zu können fahre ich nach Hause.