Fahrradfahren im Winter – Tipps für passende Bekleidung

erstellt am: 26. 01. 2018 um 10:05 Uhr

Es gibt sie tatsächlich: die Ganzjahres-Fahrradfahrer. Fahrradfahrer, die sich auch im Winter auf ihren Drahtesel schwingen und Schnee, Regen, Sturm und eisigen Temperaturen trotzen, um zur Arbeit zu kommen oder um einfach im Alltag und in der Freizeit von A nach B zu gelangen. Aber worauf muss ich eigentlich beim Fahrradfahren im Winter besonders achten, gerade was Bekleidung angeht? Im folgenden Beitrag geben wir euch wertvolle Tipps, wie ihr als Radfahrer gut durch den Winter kommt.


Richtige Bekleidung für das Fahrradfahren im Winter

Warum sollte ich überhaupt im Winter fahrradfahren?

Fahrradfahren ist gesund – und das auch im Winter! Wer regelmäßig während der kalten Jahreszeit radelnd unterwegs ist, härtet seinen Organismus ab und stärkt somit sein Immunsystem. Die Anfälligkeit gegenüber einer Erkältung und anderen Infektionskrankheiten wird erheblich reduziert. Hinzu kommt, dass ihr einer Erkältung einfach davon radelt, wenn ihr euch auf's Fahrrad schwingt, statt in die überfüllte U-Bahn zu steigen. Denn Erkältungen werden nicht durch kalte, frische Winterluft ausgelöst, sondern durch Viren und Bakterien. Und diese finden sich vornehmlich in Räumen mit vielen Menschen – hier ist das Infektionsrisiko demnach besonders hoch.

Ihr müsst jetzt nicht denken, dass ihr euch täglich mindestens zwei Stunden abstrampeln müsst, um einen gesundheitsfördernden Effekt zu erreichen. Ihr erreicht ihn bereits in kleinen Dosen: Ein Arbeitsweg, für den ihr mit dem Rad 15 Minuten braucht, also 30 Minuten pro Tag, sind schon sehr gut. Generell kann gesagt werden: Regelmäßiges Fahrradfahren im Winter, auch wenn es nur 5 Minuten zur Arbeit oder in die Stadt sind, hat eine positive Wirkung auf eure Gesundheit. Das klingt doch nach einem Plan, oder?  

 

 

Wusstet ihr, dass regelmäßiges Fahrradfahren im Winter durch die wechselnden Kälte- und Wärmereize denselben gesundheitsfördernden Effekt hat wie regelmäßiges Saunieren?

 

Ebenfalls ein sehr wichtiger Aspekt, der dafür spricht, auch im Winter Fahrrad zu fahren: Ihr schont die Umwelt, da ihr keine umweltbelastenden Stoffe wie Kohlendioxid, Stickoxid oder Feinstaub produziert, wenn ihr in die Pedale tretet. Auch euer Geldbeutel wird geschont, denn indem ihr mit dem Rad statt mit dem Auto fahrt, saust ihr einfach an den Tankstellen vorbei. Als Radfahrer kommt ihr also bereits morgens mit dem tollen Gefühl zur Arbeit, etwas Gutes für eure Gesundheit, die Umwelt und für euren Geldbeutel getan zu haben. Das sorgt für gute Laune und die ist in der kalten, dunklen Jahreszeit besonders viel wert, oder?

Braucht ihr noch mehr Motivation? Dann lest unseren Elchblog-Beitrag über die großen Vorteile des Radelns!


Die richtige Kleidung für das Fahrradfahren im Winter

Damit das Fahrradfahren im Winter tatsächlich die Gesundheit fördert und für gute Laune sorgt, ist die passende Bekleidung äußerst wichtig. Wichtig für alle, die im Winter regelmäßig radfahren, ist eine wasserdichte, atmungsaktive Jacke. Denn gerade in der kalten Jahreszeit ist es besonders unangenehm nass zu werden... auch bei einem kurzen Fahrradweg. Gleichzeitig sollte die Jacke winddicht sein, denn auf dem Fahrrad seid ihr unweigerlich dem Fahrtwind ausgesetzt. Die Frage, wie dick die Jacke ausfallen sollte (eventuell kommt für euch auch eine Winterjacke in Frage), hängt unter anderem von der Witterung und der Länge der Strecke ab, aber auch vom eigenen Kälteempfinden und davon wie stark ihr zum Schwitzen neigt.

 

 

 

Was ist mit dem bewährten Zwiebelprinzip, soll ich darauf beim Fahrradfahren im Winter zurückgreifen?

Für das Fahrradfahren im Alltag wie zum Beispiel zur Arbeit lohnt sich dieses Bekleidungsprinzip eher nicht, da ihr hierbei selten länger als 30 Minuten unterwegs seid. Zwar wird euch zu Beginn etwas kalt sein, aber bereits nach ein paar Minuten wird euch durch das Strampeln warm. Ist eure Strecke deutlich länger als eine halbe Stunde, ist das Zwiebelprinzip auf jeden Fall sinnvoll.

 

Eine Regenhose und Fahrradgamaschen vervollständigen das perfekte Schlechtwetter-Outfit für das Fahrradfahren im Winter. Gamaschen sind einfach extrem vorteilhaft, da ihr sie schnell und problemlos über die normalen Schuhe überziehen könnt und sie diese nicht nur vor Nässe, sondern auch vor Dreckspritzern schützen. Regenhosen und Gamaschen sind übrigens auch bei trockenem, aber kaltem Wetter sehr praktisch, da sie zusätzlich einen guten Kälteschutz bieten. Als Schuhwerk empfehlen wir euch feste Schuhe oder gefütterte Winterstiefel (wenn es besonders kalt ist), wichtig ist hierbei eine griffige Sohle.

Beim Fahrradfahren im Winter solltet ihr zusätzlich immer ein Paar Handschuhe und eine Mütze dabei haben. In der kalten Jahreszeit erfolgt die Regulierung der Temperatur hauptsächlich über den Kopf und hier vor allem über die Stirn. Das bedeutet, dass gerade dieser Bereich trocken bleiben und nicht schwitzen sollte. Eure Mütze sollte also nicht zu dick, aber winddicht sein und so vor Kälte schützen. Auf Winddichtigkeit solltet ihr auch bei der Wahl der Handschuhe achten. Diese sollten ebenfalls nicht zu dick sein, damit ihr uneingeschränkt bremsen und schalten könnt.


Macht euch sichtbar!

In der kalten Jahreszeit wird es spät hell und früh dunkel, hinzu kommen häufig widrige Wetterverhältnisse wie Nebel, Regen, Schneetreiben oder ähnliches. Die Sichtverhältnisse im Winter sind also oft schlecht, so dass ihr euch beim Fahrradfahren im Winter optisch stark bemerkbar machen müsst, wenn ihr im Straßenverkehr unterwegs seid. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass euer Fahrrad mit einer standardmäßigen, guten Beleuchtung und entsprechenden Reflektoren ausgestattet ist. Um eure Sichtbarkeit und damit eure Sicherheit im Straßenverkehr noch zu erhöhen, solltet ihr zusätzlich bei eurer Bekleidung (Jacke) helle, auffällige Farben wählen. So werdet ihr einfach noch besser und früher von Autofahrern erkannt. Viele Jacken sind außerdem zusätzlich mit reflektierenden Elementen ausgestattet. Wer gern weiterhin seine dunkle Jacke tragen möchte, sollte eine Warnweste oder eine reflektierende Leuchtschärpe über die Jacke ziehen. Auch reflektierende Sicherheitsbänder für Arme und Beine und/oder reflektierende Leuchtbänder, die am Rucksack befestigt werden können, sind sehr zu empfehlen. Bei uns im Onlineshop findet ihr eine große Auswahl verschiedener Leuchtelemente und Reflektoren.

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Ihr Kommentar:




Roland Wildmoser | am 6. Februar 2019 um 08:56 Uhr

Auf die Mütze würde ich verzichten, holt euch einen Buff
aus Merinowolle und greift dann auf einen Fahrradhelm zurück.
Mit dem Buffschal seid ihr gut geschützt lg




Christine | am 6. Februar 2019 um 11:01 Uhr

Ich vermisse hier komplett den Hinweis auf einen Helm! Dabei begegnen mir tatsächlich immer noch regelmäßig Fahrradfahrer ohne. Für mich unvorstellbar leichtsinnig! Obendrein kann ein Helm gerade im Winter zusätzliche Elemente für die bessere Sichtbarkeit bieten (reflektierende Aufkleber, eine Stirnlampe mit Scheinwerfer und Rücklicht, oder die ganz modernen mit integrierten LEDs). Darunter reicht, wie Roland schon geschrieben hat, ein Buff oder, meine Wahl, ein Merino Beanie. Wenn’s ganz, ganz eisig ist, dann kommt auch mal die Sturmhaube vom Skifahren zum Einsatz. Im Gegensatz zum Buff hat die vorne schon eine Abdampf-Perforation, wo man durch Mund und Nase feuchte Luft rauspustet. Das wird dann nicht so feucht unter dem Teil und funktioniert für mich persönlich dann am besten.




Malte | am 6. Februar 2019 um 11:04 Uhr

Hallo Christine!

Vielen Dank für deine Ergänzung, die natürlich total richtig ist! 🙂

Beste Grüße
Malte vom Unterwegs-Team




tobias | am 6. Februar 2019 um 18:54 Uhr

von mir
* einen herzlichen Dank für den Blog!
* den handschuhtechnischen Vorschlag, für verschiedene Temperaturen nicht 2 komplette Handschuhpaare anzuschaffen (und ggf. dabei zu haben, die dicken für die Morgenkälte, die leichteren für die Heimfahrt am Abend), sondern auch hier das Zwiebelprinzip anzuwenden: Fingerhandschuhe für “normal” (es gibt welche, die trotz geschmeidiger Stricktechnik recht wind- und sogar etwas wasserdicht sind) und dann bei strengerer Kälte Überhandschuhe Typ “grosser Fäustling” dazu – entweder kaufen oder flott aus den Ärmeln einer alten Softshelljacke zurechtschneidern.
* den Hinweis, dass Reflexfolie die Beleuchtung ergänzen kann, auf dem Fahrrad oder auch auf der Kleidung angebracht. Gibt’s zwar nicht bei unterwegs (noch nicht?) oder im Fahrradgeschäft, aber im Kaufhaus bekommt man die als 2m-Streifen.
* noch nen weiteren Hinweis an das Ausrüstungsteam: Dass nämlich für Glatzen- und Brillenträger bei der Kopfwärmung noch andere Dinge zu berücksichtigen sind… Regenhülle auf dem Helm hält den Wind ab, und drunter nochmal Windstopper o.ä. plus Merino-Beanie taugt an den meisten Wintertagen hier in NRW. Sturmhaube führt zum Beschlagen der Brille, auch wenn ne Nasenöffnung drin ist – Kontaktlinsen oder frieren. Oder hoffen, dass das Outdoorhaus eine Lösung findet und ins Programm nimmt 🙂
LG, tobias




Malte | am 7. Februar 2019 um 08:31 Uhr

Hallo Tobias!

Vielen Dank für deine ergänzenden Anregungen und Ideen 🙂

Beste Grüße
Malte vom Unterwegs-Team




Issi | am 7. Februar 2019 um 09:51 Uhr

Alles gut und schön.
Da ich mit einem e bike fahre, wird mir auch nicht so warm vom fahren. Daher suche ich dringend eine warme, regendichte Hose., praktischerweise mit gummizug und aufziebaren Beinen. Ich möchte sie leicht über Jeans und schuhe ziehen können. Eine normale fahrradregenhose ist mir nicht warm genug.
Hat jemand einen Hinweis, wo ich so eine Hose finden kann.
Issi




Malte | am 7. Februar 2019 um 10:48 Uhr

Hallo Issi!

Es gibt schon einige gefütterte Regenhosen. Die Craigel Padded Pants von Vaude zum Beispiel. Diese hat jedoch leider keine aufzippbaren Beine etc.

Du kannst dich aber gerne einmal an unseren Kundenservice wenden. Die können mal für dich nachschauen, ob es bei irgend einem unserer Hersteller so ein Modell gibt.

Beste Grüße
Malte vom Unterwegs-Team




Jörg | am 10. Februar 2019 um 10:59 Uhr

Ich habe seit ein paar Jahren eine komplett zippbare Regenhose von Vaude mit leichtem Innenfutter. Die hält mich, über der normalen Hose getragen, im Winter bei meinen täglichen Fahrten zur Arbeit (ca. 6 km) auch bei Temperaturen bis nahe -20°C warm.



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