Kletterausrüstung
Seit der Entstehung der ersten Kletterhallen in den 80er und 90er Jahren erlebt
der Klettersport einen regelrechten Boom auf den Angriff der Vertikalen. Derzeit
sind über 350 Kletteranlangen in Deutschland verzeichnet - Tendenz steigend.
Die Möglichkeit das ganze Jahr über trainieren zu können und das
Klettererlebnis in eine räumliche Nähe zu rücken, schaffen hier
die optimalen Voraussetzungen zu einer Entwicklung als Breitensport.
Rückblickend auf die Anfänge des Bergsteigens, das Mitte des 19. Jahrhunderts
mit der touristischen Erschließung der Alpen als einherging, hat sich das
Klettern in Kletteranlagen zu einem sehr sicheren Sport entwickelt. Die heute
zur Verfügung stehende Kletterausrüstung, sowie das moderne Kletterseil
haben die Spielarten des Kletterns zu einem sicheren Sport gemacht - vorausgesetzt
ist hier natürlich die richtige Anwendung der Ausrüstung!
Denn egal ob man als ambitionierter Vertikalist unter kontrollierten Bedingungen
dem Hallenklettern nachgeht, seilfrei in niedriger Höhe an Wänden bouldert,
sich dem Sportklettern im Gebirge und Mittelgebirge widmet oder der Königsdisziplin,
dem alpinen Klettern, seine Leidenschaft schenkt, eine gute Ausbildung und der
gewissenhafte Umgang mit der Ausrüstung haben hier erste Priorität.
Kletterseil
Heutige Kletterseile sind leicht, dünn, reißfest und haltbar
und haben nichts mehr mit den einfachen Hanfseilen aus den Anfängen des
alpinen Kletterns mehr gemeinsam. Kletterseile bestehen immer aus einem Kern
mit mehreren miteinander verdrehten Zwirnfäden aus Polyamid, umflochten
mit speziellen Mantelgarnen.
Grob unterscheidet man dynamische und statische Seile. Während statische
Seile, zu denen man auch die Reepschnur
zählt, nur eine sehr geringe Dehnfähigkeit besitzen, muß ein dynamisches
Kletterseil bei einem Sturz enorm hohe Kräfte sicher aufnehmen, ohne eine
für den Menschen durch zu hohe Bremsbeschleunigung gefährliche Wirkung
zu verursachen.
Daher dürfen statische Seile zum eigentlichen Klettern oder für Aktivitäten
mit Sturzgefahr auf gar keinen Fall verwendet werden! Der vorgesehene Einsatzbereich
liegt hier eher bei der Personensicherung ohne Sturzgefahr, Materialtransport,
Seilzugängen, Personenrettung und ähnlichem.
Die verschiedenen Seiltypen unter den dynamischen Seilen
Grundsätzlich gibt es bei den dynamischen Bergseilen drei verschiedene Seiltypen,
die für unterschiedliche Aktivitäten geeignet sind und nach verschiedenen
Normen getestet werden. Je nach Charakter, Schwierigkeit und Länge der Route
sowie die Seilschaftsgröße entscheidet sich der am besten geeignetste
Seiltyp:
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Einfachseil Einfachseile besitzen genug Sicherheitsreserven, um einen Sturz zu halten. Durch den Verzicht auf Redundanz sind sie besonders zertifiziert und besitzen in der Regel eine Dicke von 9,2 bis 11mm und wiegen 57-82g pro Meter. Die häufigsten Seillängen sind 50, 60 und 70m. Einfachseile werden beim Sportklettern in Hallen, Klettergärten, beim alpinen Sportklettern oder bei Hochtouren auf Gletschern und Graten bevorzugt eingesetzt. Sie halten im Einzelstrang mindestens fünf Normstürze mit 80 Kilogramm Fallgewicht. Ein großer Nachteil von Einfachseilen ist, daß beim Abseilen nur die halbe Seillänge abgeseilt werden kann. |
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Zwillingsseile Dieser Seiltyp besteht aus zwei leichten Seilen, die nur als Doppelstrang zusammen verwendet werden dürfen, also immer gemeinsam in jede Zwischensicherung eingehängt werden. Man spricht hier von der Zwillingsseiltechnik. Durch die erhöhte Redundanz ist diese Sicherheitsreserve bei einer Sturzbelastung über scharfe Kanten für alpine Klettereien oder anspruchsvolle Touren mit Rückzugsmöglichkeiten optimal geeignet. Daneben kann im Gegensatz zum Einfachseil die volle Seillänge zum Abseilen genutzt werden. Mit Durchmessern von 7,5 bis 8 Millimeter und einem Metergewicht von 38 bis 45 Gramm ist ein Paar Zwillingsseile nur so schwer wie die schwersten Multisturz-Einfachseile. Beim Normtest müssen sie im Doppelstrang 12 Normstürze mit 80 kg halten. |
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Halbseile Wie auch Zwillingseile müssen Halbseile immer paarweise verwendet werden. Der Unterschied besteht hier, daß dieser Seiltyp einzeln in Zwischensicherungen eingehängt werden kann. Diese sogenannte Halbseiltechnik reduziert die Belastung auf die Zwischensicherungen, schafft Redundanz und vermeidet einen Zick-Zack-artigen Seilverlauf bei weit auseinander liegenden Zwischensicherungen. Halbseile können aber auch wie Zwillingsseile eingesetzt werden. Sie liegen vom Durchmesser (8-9mm) und Gewicht (42-55g) zwischen den Einfachseilen und den Zwillingsseilen. Sie halten im Einzelstrang 55 kg Fallgewicht für mindestens 5 Stürze aus. Neben dem alpinen Klettern und der klassischen Anwendung beim Eisfallklettern kann ein Halbseil auch einzeln bei einer reinen Gletschertour verwendet werden. |
Aus einer Seil Manufaktur entstanden, ist der Bergsportausrüster Mammut
aus dem Outdoorbereich nicht mehr weg zu denken. Mammut steht für Innovation,
Herstellung und Vertrieb von Alpin,- Outdoor- und Snowsportsprodukten.
Ursprünglich nur auf die Herstellung von Seilen fokussiert, ist Edelrid
heute Inbegriff für technische Bergsportausrüstung. Besonders für
innovative Kletterhelme wurde das Unternehmen bereits ausgezeichnet.
Der Name Petzl steht für ein exklusives Angebot
an technisch hoch entwickelter Kletterausrüstung z.B. Klettergurt, Karabiner,
Sicherungsgerät, Eispickel und Kletterhelm.