Reiseberichte
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Norwegen von Oslo bis Bodø, mit Zwischenstation im Dovrefjell

Autor: Manuel Grünberg

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21 - 24 Juli

Der 21. Juli ist einer der schönsten Tage (wenn nicht der schönste) dieser Reise. Er beginnt mit einem tiefblauen Horizont, auf dem keine nennenswerte Wolke zu sehen ist. Wir wandern zum "Hauptweg" und nach guten 20 Minuten erreichen wir in dem sonst eher menschenkargen Wandergebiet eine Menschentraube von gut 20 Wanderen/innen.
Eine hysterische Frau erklärt mir, dass vor uns einer der berüchtigten Moschusochsen zu finden ist. Uns haben schon einige Schilder auf diese zotteligen Tiere hingewiesen, mit einigen abschreckenden Nachrichten, und daß 2 Menschen getötet wurden. Der Ochse ist noch einige 100 Meter entfernt. Obwohl von Natur aus das Tier eher der gemütlich Grasfresser ist, fängt die Menge schon fast an zu schreien, wenn der Ochse sich auch nur Millimeter in unsere Richtung bewegt. Und als er dann seelenruhig unsere Richtung anpeilt, machen alle kehrt: bis auf uns beide und 2 ältere Männer der Touristvereinigung, die die Wanderwege kennzeichnen. Doch bald dreht der Ochse um und verschwindet hinter einem kleineren Hügel.

Nach kürzerem Beraten mit diesen beiden Herren beschließen wir unseren Weg mit einem kleinen Umweg fortzusetzen. Gefährlich würde es werden, würde sich der Ochse bedroht fühlen. Angenommen wir würden ihm in einer Senke begegnen, so dass wir plötzlich genau vor ihm stünden. Dann erreicht dieses gemütlich, ruhige Tier schon mal die 60 km/h - im Angriff!
An einem Bergrücken entlang, durch mehrere Sumpffelder stapfen wir den Berg entlang hinauf. Und nach einiger Zeit sehen wir den Ochsen: er grast ca. 400 Meter unter uns an einem Fluss, für uns in unerreichbarer Nähe. Mit meiner "Überlebenspfeife" versuche ich den anderen beiden Männern, die noch immer an unserem Startpunkt warten, klarzumachen, wo er sich befindet, was mir dann auch gelingt. Beruhigt wandern wir weiter.

Nach einiger Zeit stellen wir fest, dass wir uns auf einem Moschusochsenwechsel befinden. Es liegen mehrere frische Exkremente auf dem Weg, was uns ein bisschen Angst macht, und wir sind sehr vorsichtig und meiden alle erkennbaren Senken.

Nach gut 1 1/2 Stunden erreichen wir unseren Weg. Doch die Spuren eines - oder mehrerer - Ochsen bleiben auf unserem Wege. Und dann sehen wir die Moskyser, wie sie auf norwegisch heißen: ein einzelnes Tier und eine Herde von 4 -5 Tieren weiter oben. Es trennen uns eine Schlucht inklusive eines Flusses. Doch ich will dichter ran. 50 - 80 Meter und der überquerbare Fluss trennen mich schließlich von dem einzelnen Moskys. Wirklich schöne Tiere!


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Datum: 04.10.2004

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