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Autor: inMOTION Verlag, Remagen - www.best-of-wandern.de
Abstecher in die Seitentäler
Südlich des Rheintals,
ebenfalls auf einer breiten Terrasse, und Brigels, Waltensburg
und Andiast direkt gegenüber, liegen die 29 Weiler und
Höfe von Obersaxen. Darüber zieht sich der wohl schönste
Höhenweg der Region über die sanften Grasberge zwischen
Piz Sezner und Piz Mundaun, dem "Bündner Rigi".
Leicht mit der Seilbahn erreichbar, bietet er ein unvergleichbares
Panorama auf fast alle Berge und Täler der Surselva.
Auf der anderen Seite des Piz Mundauns zieht sich die Val Lumnezia
von Ilanz nach Süden. Das "Tal des Lichts" ist
das größte Seitental des Vorderrheins und teilt sich
in Ober- und Unterlugnez sowie Valsertal auf. Wer Stille und
Ruhe sucht, der findet sie spätestens bei einer Wanderung
von Vrin hinauf zur Greina. Hätten die Bündner vor
rund 20 Jahren nicht so vehement für ihre Heimat gekämpft,
es gäbe die einmalige, 6 Kilometer lange und 1 Kilometer
breite Hochebene nicht mehr, und sie wäre längst in
den Fluten eines Stausees untergegangen und für immer verloren.
Wer je nach langem Aufstieg oben am Pass Diesrut ankommt und
die Stille hört der versteht, warum damals so erbittert
protestiert wurde.

Valser Wasser trinkt die Welt. Fast jeder kennt die grünen
Mineralwasserflaschen aus Bad Vals oder hat schon einmal Bilder
der Therme Vals gesehen, die nach Plänen des Stararchitekten
Peter Zumthor 1996 aus 60.000 grauen Quarzitplatten mörtelfrei
"zusammengesteckt" wurde. In Vals teilt sich das Tal
abermals. Am Valser Rhein entlang führen Wanderwege zum
Zervreila-Stausee und ihm entlang bis zur Läntahütte
des SAC. Ein paar Meter können Wanderer noch auf dem Gletscherpfad
bis zum Länta-Gletscher steigen, dann ist endgültig
Schluss. Anders als die anstrengenden Passübergänge
ins Hinterrheintal und Tessin bleiben Rheinwaldhorn und Güferhorn
geübten Bergsteigern mit entsprechender Ausrüstung
vorbehalten.
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Sonnenterrassen der Gruob
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Lachende Megalithiker
über der Rheinschlucht
Zurück an die Senda Sursilvana. Wir wandern mittlerweile
oberhalb von Ilanz, der ersten Stadt am Rhein, durch die schmucken
Terrassendörfer Siat, Ruschein und Ladir in Richtung Falera,
Laax und Flims, der Rheinschlucht entgegen. Darüber schwingt
sich die Weiße Arena, eines der größten Skigebiete
Europas, über die Hänge zwischen den beiden Skibergen
Crap Sogn Gion und Cassonsgrat.
Dank der Seilbahnen sind auch
im Sommer hochgelegene Wanderziele einschließlich gestandener
Dreitausender als Tagestouren erreichbar. Direkt am Weg, südlich
von Falera, erstreckt sich auf einem Plateau rund um die Kirche
St. Remigius die größte und bedeutendste Megalithenanlage
der Schweiz. |
Die Menhire von Falera
dienten vor rund 3.500 Jahren in der Bronzezeit zur Bestimmung
von Frühlings- und Herbstbeginn, was für Aussaat und
Ernte von existentieller Bedeutung war. Ein ungelöstes
Rätsel ist dagegen bis heute das in einen Felsblock auf
dem Hügel Muota eingravierte lächelnde Männlein.
Ab und an schlängelt sich ein Zug der Rhätischen Bahn
wie eine rote Schlange pfeifend durch den Canyon. Stundenlang
könnten wir auf der Aussichtsplattform stehen bleiben und
in die Tiefe schauen. Il Spir, "Mauersegler", nennt
sich die neue Konstruktion beim Ausflugsgasthaus Conn, waghalsig
freischwebend über der bodenlosen Tiefe. Nichts für
schwache Nerven und faszinierend kühn.
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