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Autor: inMOTION Verlag, Remagen - www.best-of-wandern.de
Im Schatten des Klosters
Der heutige Sommer- und Wintersportort Disentis liegt verkehrsgünstig
genau am Zusammentreffen von Medelserrhein und Vorderrhein und
damit am Knotenpunkt der seit je her wichtigen Verbindungen
über den Oberalppass ins Urner Oberland und den Lukmanierpass
ins Tessin sowie nach Italien. Vor allem Letzterer war für
die deutschen Kaiser Otto I. und Friedrich I. Barbarossa so
bedeutsam, dass sie maßgeblich am Ausbau und Aufstieg
der einstigen Einsiedlerklause beteiligt waren.
Später spielte das Kloster Disentis eine wichtige Rolle
in der Gründungsgeschichte Graubündens, wurde 1799
samt Ort von französischen Truppen geplündert und
niedergebrannt, und erst 1880 zu neuem Glanz restauriert. Weithin
sichtbar erhebt sich die wuchtige barocke Doppelturmfassade
über den Dächern des Ortes, und bildet ein beliebtes
Fotomotiv nicht nur für all jene die unterhalb mit den
knallroten Zügen der Rhätischen Bahn oder dem Glacier-Express
vorbei zuckeln.
Im Winter surren Skilifte bis auf den 3.000 Meter hohen Piz
Ault am Rand des Brunnifirns, der sich südlich an den wuchtigen
Oberalpstock lehnt. Im Sommer ist die Liftdrehscheibe Caischavedra
Ziel der Wanderer und Sonnenanbeter.
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Disentis und sein Kloster |

Sonnenterrassen der Gruob
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Sonnenterrassen über dem
Rhein
20 Kilometer talabwärts stehen in Brigels, Waltensburg
und Andiast sonnengebeizte Holzhäuser auf einer südlich
gerichteten Geländeterrasse rund 500 Meter über dem
Fluss. Zwei bedeutende Passübergänge führen von
dort nordwärts über die Berge ins Glarner Land. Der
Panixerpass fand seinen Platz in den Geschichtsbüchern,
als in den Wirren der Napoleonischen Kriege 1799 russische Truppen
unter General Suworow auf dem Rückzug aus dem französisch
kontrollierten Glarner Land bei der Passüberquerung vom
hereinbrechenden Winter überrascht wurden, was tausende
Soldaten das Leben kostete. Von Brigels führt der anspruchsvolle
Drei-Pässe-Rundwanderweg über jenen schicksalhaften
Übergang nach Elm, über das Richteli nach Linthal
und den Kistenpass zurück nach Brigels.
Waltensburg liegt langgezogen auf einem Geländerücken
zwischen Flem und Rhein. Obwohl von vier Burgruinen umgeben
ist doch die reformierte Dorfkirche die größte
Sehenswürdigkeit weit und breit. Von außen unscheinbar
eröffnet sie ihren Schatz nur jenen, die nicht achtlos
vorbei gehen, sondern einen Blick in den eigentlich schmucklosen
Innenraum werfen.
Die Wandmalereien des Meisters von Waltensburg sind so faszinierend,
dass wir uns einfach die Zeit nehmen mussten uns auf eine
der schlichten Kirchenbänke zu setzen und die mystischen
Fresken zu studieren. Burg Jörgenberg liegt auf dem äußersten
Felssporn des Waltensburger Bergrückens. Die größte
Burgruine am jungen Rhein begeistert nicht nur Burgenfans
mit ihrem gut erhalten Glockenturm und dem wuchtigen Bergfried.
Ganz anders präsentiert sich die Burg Kropfenstein am
Weg nach Brigels.
Wie ein Wespennest klebt die Ruine an einer
senkrecht abfallenden Felswand und ist nur auf einem schmalen,
aber mit Geländer gesichertem Steig erreichbar.
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