|
Autor: inMOTION Verlag, Remagen - www.best-of-wandern.de
Roter Faden: Senda Sursilvana

Chur - die älteste Stadt der Schweiz |
Stets links des Vorderrheins folgt die Senda Sursilvana dem
Wasser vom 2.044 Meter hohen Oberalppass bis ins nur noch 585
Meter hoch gelegene Chur. Die älteste Stadt der Schweiz
bildet das historisch bedeutsame Finale der 111 Wanderkilometer
langen Route durch eine einmalige Natur- und Kulturlandschaft.
Surselva nennt sich die Landschaft, Bündner Oberland lautet
die deutsche Übersetzung aus dem Rätoromanischen,
das hier Amtssprache und auch heute noch Umgangssprache ist.
Das Rätoromanische entwickelte sich aus der Sprache der
Räter und dem Vulgärlatein der römischen Soldaten,
die im Jahr 15 v. Chr. die rätischen Stämme unterwarfen.
Die vielfältige und dialektreiche alte Sprache wird seit
kurzem als vereinheitlichtes Rumantsch Grischun an Schulen gelehrt.
|
|
Erste Gemeinde an der Senda Sursilvana ist Tujetsch, deren Hauptort Sedrun
bis vor wenigen Jahren ein zwar beliebter aber doch etwas
verschlafener Ferienort war. Seit 1999 ist Sedrun durch den
Bau des 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel zwischen
den Kantonen Uri und Tessin aber in aller Munde. Auch wenn
die Idee der in 800 Meter unter Sedrun gelegenen Porta Alpina
offiziell vorerst vom Tisch ist, liebäugelt man doch
weiterhin mit dem Bau des weltweit tiefsten öffentlichen
Bahnhofs im längsten Eisenbahntunnel der Welt. Unübersehbar
ist dagegen die Baustelle der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale
(NEAT), deren Besichtigung ein besonderes Erlebnis nicht nur
für Eisenbahnfreaks ist.
Am Weg nach Disentis fesseln die in der Sonne gleißenden
Gletscherfelder unter dem Piz Medel unsere Blicke. Davor,
und doch fast zweitausend Meter tiefer, reihen sich wie auf
einer Theaterbühne die Häuser von Dörfchen
Mompé-Medel auf, und bilden den pittoresken Übergang
zu den dunkelgrünen Nadelwäldern am Talhang. Dann
rückt die Heimat des Bergsteiger-Pioniers Placidus a
Spescha ins Blickfeld.
|
So fröhlich wie
die Menschen strahlt auch die Architektur: Farbenfroh, meistens
mit Veranda und mit reichlich Stuck verziert sind die kreolischen
Häuser im Dorf Hell-Bourg im Talkessel Salazie zu bewundern.
Auf mehr als 1.000 Kilometer gut markierten Wanderwegen bietet
die Tropeninsel, die vor etwa drei Millionen Jahren aus den
Fluten emporstieg und einst berühmt für ihre Kaffee-
und Zuckerrohrplantangen war, ein Wanderparadies mit unterschiedlichen
Klimazonen und dem Nebeneinander verschiedener Landschaften.
So bekommen Wanderfans einen tollen Eindruck von der Vielfalt,
wenn sie auf dem Weitwanderweg GRR1 in sechs Tagen drei Talkessel
durchqueren, oder eine Inselüberquerung von Nord nach Süd,
von der Hauptstadt St. Denis bis Basse Vallé, in zehn
bis zwölf Tagen auf dem GRR2 angehen.
|
 |
|