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Eine wunderschöne Wanderreise durch Schweden (Autor: Hannah Behrens)


An einem schönen Winterabend waren drei Freunde und ich auf die Idee gekommen, in Schweden wandern zu gehen. Das Jedermannsrecht ermöglicht dort das Zelten im Gelände. Ideal erschien uns der Sörmlandsleden in Schweden, da man direkt vom Ryanair Flughafen in Skavsta loswandern kann. Der Flughafen ist in einem Waldgebiet 1,5 Stunden südlich von Stockholm gelegen. Hanno und Malin hatten bereits einige Erfahrung beim Wandern gesammelt, allerdings noch nie mit Zelt auf dem Rücken; Kai und ich waren absolute Anfänger, aber alle waren wir hochmotiviert.

Wandern durch dichte Wälder


Am Dienstag nach Pfingsten ging es los. In Skavsta dauerte es nicht lange bis uns der erste Schauer überraschte und wir uns auf dem Weg zum Supermarkt verliefen. Eine freundliche Schwedin half uns weiter und empfahl uns Willys, einen Supermarkt, der günstiger und näher sei, als der, zu dem wir ursprünglich wollten. Ein bisschen Essen hatten wir schon aus Deutschland mitgebracht, der Rest wurde bei Willys zugekauft.

Gleich am ersten Abend fanden wir einen perfekten Platz für die Nacht. Es gab eine Quelle und 10 Meter weiter eine ebene Fläche mit einer Feuerstelle. Zu Recht sagte Malin, dieser optimale Platz würde uns verwöhnen. Am nächsten Tag fanden wir keinen so schönen Platz. Doch erst einmal genossen wir das Plätzchen und freuten uns, am vorletzten Tag noch einmal dort übernachten zu können.

Die imposante Küste Schwedens


Am zweiten Tag legten wir die längste Strecke von etwas über 15 km zurück. Wir mussten feststellen, dass das, was wir für eine brach liegende Wiese gehalten und überquert hatten, für schwedische Bauern wertvolles Ackerland ist. Entrüstet hielt uns der Besitzer des Ackers von seinem Quat herunter eine Moralpredigt – auf Schwedisch. Sein Tonfall und sein abschließender Satz „Go on way!“ waren allerdings international verständlich. Seine Äcker und auch alle anderen mieden wir also.

Das Tagesziel war der kleine See Överbosjön. Leider stellte sich heraus, dass dieser See privat und komplett eingezäunt war. Der einzige Zugang zu Wasser war ein toniges Bächlein. Doch mit den Wasser-Desinfektionstropfen, die wir dabei hatten, war auch das trinkbar. Ursprüngliche Sorgen über Muskelkater und mangelnde Ausdauer erwiesen sich als unbegründet. Malin und ich litten allerdings unter Blasen an den Füßen. Für eine nächste Tour werden wir definitiv in neue Schuhe investieren. Blasenpflaster, Mückenspray und Zwiebelschichten wurden zu unseren besten Freunden.

Nachdem an den ersten zwei Tagen atemberaubende Fels- und Waldlandschaft vorgeherrscht hatte, kamen wir am dritten Tag ans Meer. Es war sehr windig und trotzdem gab uns der Anblick des Meeres, der Brandung und der vielen kleinen Inseln einen guten Schwung Motivation und gute Laune. Wir waren sehr erstaunt, als wir in einer Felsspalte, 1 Meter vom Meer entfernt, ein großes Büschel Schnittlauch fanden. Doch Geruch, Form, Blüte und Geschmack waren eindeutig Schnittlauch und so bereicherte das frische Grünzeug am Abend unsere Tütensuppe.

Am späten Nachmittag des vierten Tages kamen wir nach Nävekvarn. Dort konnten wir erneut einkaufen gehen. Direkt im Anschluss an Nävekvarn befindet sich allerdings ein Naturschutzgebiet. Es ist ohne Frage sehr schön, aber man darf dort leider nicht zelten. So hetzten wir hindurch, um noch vor Einbruch der Dunkelheit und vor Ende unserer Kräfte einen Schlafplatz zu finden.

Am nächsten Morgen wachten wir um acht Uhr auf und entschieden uns für taktisches Liegenbleiben, weil es regnete. Als es eine Stunde später immer noch regnete, mussten wir wohl oder übel im Regen los. Dummerweise hatten Kai und ich unsere Schuhe vor dem Zelt vergessen und starteten mit nassen Schuhen in den Tag. Unser Weg führte durch ein Moor und bald hatten auch die anderen beiden nasse Schuhe. Ob die Holzplanken, die durch das Moor führen immer zehn Zentimeter unter Wasser stehen oder nur auf Grund des Regens untergegangen waren, wissen wir nicht. Das Gästebuch an der Windschutzhütte in der wir unsere Nacht verbrachten wies aber darauf hin, dass es schon seit März so sei.

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