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Auf nach Kanada – 4200 km zu Fuß durch die USA (Autor: Daniel Streif)
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Noch während ich 2012 auf dem Appalachian Trail an der Ostküste der USA unterwegs war, wurde mir klar, dass es nicht bei diesem einen Fernwanderweg bleiben würde. Das einfache Leben aus dem Rucksack, die Freundschaften auf dem Trail und die Abgeschiedenheit der Wälder und Berge hatten mich in ihren Bann gezogen. Nachdem ich nach Deutschland zurückgekehrt war, verbrachte ich neben Studium und Arbeit auch immer mehr Zeit auf Wanderwegen quer durch Europa und in Gedanken war ich mehr als nur einmal auf den amerikanischen Fernwanderwegen unterwegs.

2015 war es soweit und ich konnte mir den Sommer frei nehmen, um den Pacific Crest Trail im Westen der USA zu wandern. Mit 6,5 kg auf dem Rücken und einem Touristenvisum in der Tasche machte ich mich Anfang April auf den Weg nach Kalifornien und begab mich zurück in die Welt der "thru-hiker". In den ersten zwei Wochen besuchte ich noch Freunde entlang der Küste und am 19. April um 7:00 Uhr morgens stand ich dann endlich zusammen mit einem Dutzend anderer Wanderer am südlichen Terminus des 4200 km langen Trails, der von der mexikanischen Grenze bis nach Kanada führt. Wüsten, Seen, Hochgebirge, Gletscher, Wälder, Vulkanlandschaften und vieles mehr lagen vor mir und sollten für die nächsten fünf Monate mein Zuhause sein. Etwa alle fünf Tage würde ich die Möglichkeit haben, per Anhalter in einen nahe gelegenen Ort zu fahren um einzukaufen, zu duschen und manchmal auch Wäsche zu waschen. Ansonsten würde ich mich von Fertiggerichten und Studentenfutter ernähren und unter freiem Himmel schlafen. Ich war endlich wieder unterwegs.

Wandern durch die USA bis Kanada

Die ersten 1200 km führten durch trockenes Chaparral, bevor der Trail langsam an Höhe gewann und auf 3000 m Höhe durch die High Sierras führte. 2015 war ein schneearmes Jahr und so konnten wir schon früh in die Berge aufbrechen. Die meisten Pässe waren zwar noch verschneit, aber der Trail war weitgehend gut begehbar und ganz ohne Schnee würde es da oben nur halb so viel Spaß machen. Ein kleiner Seitentrip brachte mich, zusammen mit drei Freunden, die ich unterwegs kennen gelernt hatte, auf den Gipfel von Mount Whitney. Mit 4421 m der höchste Berg der USA, wenn man Alaska nicht mit einbezieht. Einmal oben angekommen, beschlossen wir gemeinsam die Nacht auf ebendieser Höhe zu verbringen, um den Sonnenuntergang und -aufgang zwischen den uns umgebenden schneebedeckten Gipfeln zu sehen.

Sonnenuntergang am Mount Whitney


Es wurde eine unvergessliche aber auch eiskalte Nacht. Dicht gedrängt in einer kleinen Schutzhütte harrten wir in unseren Schlafsäcken aus und feierten am nächsten Morgen den Geburtstag eines anderen deutschen Wanderers. Es war immer noch kalt und windig und so wickelten wir uns die warmen Daunenschlafsäcke um die Schultern und suchten Schutz hinter einem großen Felsblock um den Sonnenaufgang zu verfolgen. Als dann die ersten anderen Wanderer auf dem Gipfel ankamen, war es für uns an der Zeit wieder ins Tal hinab zu steigen. Der Abstieg auf dem frisch gefrorenen Schnee war deutlich leichter als der Aufstieg durch den matschigen Schnee am Vortag und innerhalb weniger Stunden waren wir wieder zurück auf dem Pacific Crest Trail.

Auf dem Pacific Crest Trail


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