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Nach drei Stunden Abstieg erreichen wir wieder das Ende des
Gletschers. Was mich erfreut: Mein Guide ist ebenfalls geschafft und möchte
nur noch schlafen. Nachdem wir unser Eisequipment in unsere Rucksäcke verstaut
haben, möchte ich noch aus meiner mitgeführten Wasserflasche trinken, welche
beim Gipfelaufstieg kaum in Gebrauch war. Das Wasser ist inzwischen gefroren
und ich begnüge mich mit einem mir vom Guide angebotenen Schokoriegel, wohl
wissend, das wir nach kurzer Zeit unser Basecamp erreichen um dort verloren
gegangene Flüssigkeit wieder aufzunehmen. Nach 15 Minuten über Schotter und Steine erwartet uns im Basecamp schon unser Assistant Guide, der während unser Abwesenheit auf unsere zurückgelassene Ausrüstung aufgepasst hat und wie beneidenswert, sich nach unserem Gipfelaufbruch im Zelt wieder aufs Ohr gelegt hat. Es gibt nochmals Tee, Brot und Obst. Danach bauen wir das Zelt ab, packen unsere sieben Sachen und laufen noch eine Stunde bis zu unserem Ausgangspunkt in 4400 Meter Höhe. Von dort holt uns nach etwa dreißig Minuten der vorher über Handy angeforderte Taxifahrer ab und bringt uns sicher nach Huaraz zurück. Unten angekommen, es ist inzwischen früher Mittag, spendiere ich den Guides noch ein kleines Trinkgeld und lasse mich vom Taxifahrer vor der Türe meiner Pension abladen. Ich bin müde, fertig und glücklich. Nachdem ich meinen Rucksack ausgepackt habe, mich unter der Dusche vom letzten Dreck zurückliegender Tortour entledigt habe, gönne ich mir bei strahlendem Sonnenschein auf meiner Dachterrasse noch ein Bier und falle danach scheintot ins Bett, froh wieder richtig durchatmen zu können und nehme meine Erfahrungen und Fotos mit in das Land der Träume. Was gibt es mehr? Warum setzen sich Menschen ganz bewusst solchen harten, unmenschlichen, ja geradezu lebensfeindlichen Bedingungen aus? Sind dies vom Abenteuerdrang geblendete Idioten, oder vom Explorationstrieb aufgefressene Masochisten? Nein, Berge sind dazu da um bestiegen zu werden und um seinem Bewegungsdrang freien Lauf zu lassen. Sie eröffnen neue Horizonte und Sichtweisen von oben, darüber hinaus und in das eigene Selbst. |