Fjäll Räven - Wanderlauf (Autor: Nils Thies)
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Besonders der Kieron, ein Berg auf dem letzten Drittel der Strecke fordert seinen
Tribut. Der Weg fordert Körper und Psyche. Hinter jeder Ecke erhofft man
sich das Ende der Tort(o)ur, dass schier unerreichbar ist. Mücken und kleine
Fliegen, die "Knott" gennant werden, geben ihr Übriges zum Wohlbefinden
dazu.
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Da kein Zelt aufgeschlagen
werden kann, geht es weiter. Hinter der nächsten Ecke muss es doch
sein. Mit einer unendlich motivierenden Leckerei in Form von Pfannkuchen
mit Preiselbeeren versüßen die freiwilligen Helfer schließlich
die Ankunft am letzten Kontrollpunkt. Inzwischen humpeln viele, freuen sich
aber wie die Kinder über die süße Pause auf Ihrem Campinggeschirr.
Mit Marmelade verschmierten Mündern diskutiert eine Gruppe über
die letzten Kilometer, die sich wie eine Reise durch die Hölle voller
Steine angefühlt hat. "Wenn ich den Typen erwische der vor einer
Millionen Jahre die ganzen Steine dahin gerollt hat
", sagt Andreas,
ein stämmiger Schwede mit Knieverband, der dabei ein Grinsen nicht
verbergen kann. Seine auf ihren Rucksäcken sitzenden Mitstreiter lachen.
So schön können Schmerzen sein.
Auf dem letzten Teil der Strecken geht es im Nationalpark von Abisko auf
dem Kungsleden (Königspfad) Richtung Ziel. Der Pfad wurde Anfang des
letzten Jahrhunderts angelegt und besteht aus zwei Teilen. Einem nördlichen
und einem südlichen Teil. |
Der ältere und bekanntere Teil auf dem auch der Fjäll Räven Classic
begangen wird hat eine Länge von ca. 440 km und führt von Hemavan und
Kvikkjokk über den Tjäkta-Pass bis Abisko. Auf dem letzten Teil bis
Abisko prägen wieder Bäume das Bild. Mit steifen Schritten ist es ab
hier nicht mehr weit bis ins Ziel, der Touristenstation von Abisko.
Mit Applaus wird jeder Ankommende im sogenannten "Trekkers Inn" begrüßt,
um dann umgehend die begehrte Medaille des Classic zu bekommen. Bis hierher hat
die Strecke viel gefordert aber auch eine Menge positive Eindrücke hinterlassen.
Der Weg war wiedermal das Ziel. Alle laufen zusammen, aber alle am meisten für
sich selbst. Vera und Michael werden am Ende etwas mehr als 80 Stunden gebraucht
und eine Silbermedaille bekommen haben. Wegen der Platzwunde und einer weiteren
Untersuchung am Kopf muss Rainer den Lauf abbrechen. Er wird es vielleicht im
nächsten Jahr wieder probieren. Weniger als 10 % werden es ihm gleich tun
und das Ziel nicht erreichen. Andreas wird trotz seines schmerzenden Knies eine
Goldmedaille erhalten. Er wird seinen 24 Kilo-Rucksack auch im nächsten Jahr
packen. Der Autor dieses Textes wird 70 Stunden für die herrlich-schreckliche
110 Kilometer Fjällwanderung brauchen.

Tipps
Für Wanderungen, bei denen es auf jedes Gramm ankommt, empfiehlt sich ein
Zelt mit geringem Gewicht: Trekkingzelte und ultraleichte
Tunnelzelte sind hier erste Wahl.
Bei keiner Wanderung sollte das
Campingeschirr
fehlen. Dazu gehören nicht nur Becher, Teller und Besteck, sondern auch Schüssel,
Topf oder Kessel zum Kochen.
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