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zurück zurück | Online Shop News Center Eine Reise um die Welt mit dem Fahrrad
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22.07.2010

Eine Reise um die Welt mit dem Fahrrad



Hallo Christoph. Wer hatte die Idee zu dieser Reise und woher kam diese?
Ich hatte die Idee schon seit knapp 10 Jahren, dass ich, egal wie, einmal um die Welt reisen will. Dazu inspiriert hat mich Dieter Kreuzkamp (bekannter Globetrotter), der in den 70ern mit seiner Frau und einem VW-Bus losgefahren ist und alles hinter sich gelassen hat. Sie haben während der Reise auch noch ein Kind bekommen. Haben den VW-Bus gegen ein Wohnmobil getauscht und sind auch mit einem Kanu  gereist… Seine Erzählungen haben mich bestärkt, meine Tochter auf diese Reise mitzunehmen, da ich an seinem Beispiel gesehen habe, dass das möglich ist.

Wer gehört denn nun zum Team?

Das sind meine Partnerin Sinem Akbulut, meine Tochter Jemanja (3) und ich.

Wie bereitet man sich körperlich, seelisch und bürokratisch auf eine solche Reise vor?

Die körperliche Vorbereitung, vor Allem für die Beinmuskulatur, fand im Fitness-Studio statt. Ich habe zudem mein ganzes Leben lang Sport gemacht und habe damit auch  meinen Lebensunterhalt durch meine mobile Wassersportschule verdient. Mit Kitesurfen, Wellenreiten und Wakeboarden, habe ich noch zusätzlich meine Kondition gestärkt.
Die geistige Vorbereitung war nicht so nötig, da der Drang zu dieser Reise immer schon da war. Zudem bin ich beruflich viel gereist, war schon in Südostasien, Afrika, Südamerika und wusste, in Bezug auf Kultur und Klima, was  auf uns zukommt. Aber bürokratische Vorbereitungen mussten wir z.B für den Iran treffen, da das Transitvisum vor Ort viel kostet und auch nur 5 Tage gilt. Daher sind wir direkt nach Hamburg gefahren und haben uns im Konsulat ein 2 Monatsvisum abgeholt.
Sinem hatte noch die türkische Staatsbürgerschaft, als wir am 11. April losfuhren. Da es mit einem türkischen Pass in vielen Ländern schwierig ist einzureisen, hat sie 2-3 Monate vorher den deutschen Pass beantragt. Um ihren Eid zu leisten und ihren Reisepass zu beantragen, ist sie dann noch mal nach Deutschland gereist und ich wartete mit meiner Tochter einen Monat lang auf ihre Rückkehr.  Hätten wir noch länger mit dem Start unserer Reise gewartet, wären wir direkt in der Hochsaison durch Europa gefahren. Und  wenn man weiter denkt, können auch einige Pässe schon verschneit sein oder die Monsunzeiten machen bestimmte Strassen unpassierbar. Deshalb war es uns wichtig, dass wir die Zeit nicht ungenutzt lassen, sondern Kilometer machen statt darauf zu warten.

Wie verläuft die Route?

Wir sind bisher über Österreich, Ungarn, Kroatien, Bosnien und Herzigovina, Monte Negro bis nach Albanien gekommen. Wir fahren weiter nach: Griechenland – Türkei – Syrien – zurück in die Türkei – in den Iran – nach Pakistan – Indien – Sri Lanka – Thailand – Kambodscha – Vietnam – Laos – Philippinen – Indonesien (einige Inseln) – Australien – Neuseeland  Südamerika: Chile – Argentinien – Brasilien – Peru – Bolivien – Ecuador – vielleicht Kolumbien, das hängt von der politischen Situation ab – Zentralamerika: Panama, Costa Rica, Kuba, Dominikanische Republik – weiter nach Südafrika – Swasiland – Kenia - Kongo – Richtung Nordafrika quer durch die Mitte Afrikas Rtg. Europa – über Tunesien und voraussichtlich Italien nach Deutschland.

Wir wären am liebsten in jedes Land gereist und hätten die Schönheit jedes einzelnen kennen gelernt, aber auch 4-6 Jahre sind nur eine begrenzte Zeit, daher können wir uns nicht alles anschauen. Wir haben z.B. auf China, Tibet und Kanada verzichten müssen.
Außerdem reisen wir langsamer als andere Radfahrer, da wir unsere Tochter dabei haben, die auch viel Bewegung braucht und nicht den ganzen Tag auf dem Fahrrad sitzen möchte. Wir halten an jedem Spielplatz, an dem wir vorbei fahren. Wir haben das in den vergangenen 2 Monaten schon sehr gut erprobt.

Was sind die wichtigsten Dinge, die Ihr eingepackt haben? Welche Dinge habt Ihr wieder zurückgeschickt?
Am wichtigsten sind natürlich Werkzeuge und Ersatzteile, außerdem das Koch-Set - unsere Küche – wir haben auch so einen Benzinkocher, da es ab der Türkei fast unmöglich ist, an Gaskartuschen heranzukommen. Wichtig ist natürlich auch das Zelt – unser Heim.
Wenn man einige Wochen auf Tour ist merkt man sehr schnell was wichtig ist und welche Dinge überflüssig sind. Wir haben inzwischen dreimal aussortiert und einige Sachen auch zurückgeschickt, z.B. die doppelwandige Thermoskanne, aber auch viel Bekleidung, Schuhe, und andere Kleinigkeiten. Natürlich haben wir für unser Tochter auch einige Sachen dabei: ihren Malblock und Stifte, ihr Kindermesser - ihre eigenen Siebensachen.
Hab ich dir eigentlich schon erzählt, wie wir unsere Tochter mitnehmen?

Nein!

Wir haben für sie ein Trailerbike mitgenommen, das  hinten an mein Rad gekoppelt werden kann, mit dem sie mittreten kann und auf dem sie auch allein fahren kann. Außerdem gibt es so auch keine Problem mit den Fahrradtaschen. In den Kinderanhänger hatte sie nicht mehr hineingepasst, da sie schon über einen Meter groß ist.  Außerdem hätte sie sich darin nicht bewegen können und würde nicht so viel von der Umgebung sehen. Wenn’s mal bergab geht, tritt sie richtig mit, das macht ihr dann auch Spaß. Ansonsten hat sich nicht viel Interesse mit zu treten.
Sie ist auch schon öfter auf dem Fahrrad eingeschlafen. Ich war in Sorge, dass sie herunterfallen könnte. Wenn ich versucht habe, sie herunter zu nehmen, hat sie sich mit ihren Händen und Beinen so festgekrallt als wäre sie ein kleines Klammeräffchen. Man glaubt es nicht, aber wenn man das mal gesehen hat, ist man davon überzeugt, dass sie sicher ist. Außerdem fährt meine Sinem hinter mir und passt auf das sie nicht zu weit zur einen oder anderen Seite rutscht. Wir haben unserer Tochter inzwischen ein Kissen auf das Lenkrad befestigt, damit sie so ihren Mittagsschlaf halten kann. Es ist schon seltsam, das sie besser auf dem Fahrrad einschläft als auf dem Arm.

Was waren bisher die schönsten Momente der Reise?
Wir haben schon einige Berge bekämpft, und für Sinem ist es doppelt schön, wenn sie oben auf dem Berg steht und die Aussicht genießt und gleichzeitig die Anstrengung hinter sich hat.
Für mich ist es am schönsten, wenn ich auf dem Fahrrad sitze und weiß, dass ich in diesem Moment absolut frei bin, die Probleme des normalen Alltags hinter mir liegen, und das für die nächsten 4-6 Jahre. Und den Unbezahlbaren Luxus, Zeit zu haben.  Das sind natürlich alles Privilegien die man sich erradeln muss!

Wie verständigt Ihr euch mit den Menschen, denen Ihr begegnet?

Ich spreche neben Englisch noch Portugiesisch und Spanisch, Sinem spricht noch türkisch. Wenn das nicht mehr weiterhilft, haben wir „Point it“, ein Bildwörterbuch. Das habe ich bisher einmal erfolgreich gebraucht, als ich spätabends in den Bergen in Kroatien einen ebenen Platz zum Zelten gesucht habe. Der einzige Platz war der Innenhof eines Gebäudes. Ich habe der alten Frau, die dort wohnte, in dem Buch ein Zelt gezeigt. Sie verstand sofort und hat es aber leider trotzdem nicht gestattet.

Worauf freut Ihr euch besonders? Gibt es einen Ort oder eine Strecke, die Ihr unbedingt erleben möchtet?

Ich freue mich ganz besonders auf Australien, weil das der einzige Kontinent ist, den ich noch nicht besucht habe – speziell auf das Outback. Außerdem möchte ich Kenia unbedingt sehen.
Sinem freut sich auf Indonesien; sie ist ein Tropenfan und mag es gern warm und feucht und ist begeistert von der dortigen Flora und Fauna.

Wo befindet Ihr euch im Moment?

Wir sind in Albanien und werden in kürze in Griechenland sein. Alle die auf dem Laufenden bleiben wollen, können sich auf unserem Internetblog informieren.                        

Dann wünschen wir Euch weiterhin eine gute Reise und jeden morgen einen guten Start.


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